Langjährige Nmin-Werte nach Kulturfolgen

Für eine langjährige Betrachtung der Nmin-Gehalte nach Kulturfolgen im Hessischen Ried wurden alle ermittelten Herbst-Nmin-Werte der WRRL-Dauerbeobachtungsflächen im Zeitraum von 2011 bis 2018 ausgewertet. Dabei wurden über den gesamten Zeitraum die Herbst-Nmin-Werte nach Getreide (Sommer- und Wintergetreideflächen) betrachtet und nach der jeweiligen Folgefrucht ausgewertet. In Abbildung 1 sind die Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte in der Bodentiefe 0-90 cm für einige Folgefrüchte dargestellt.

Abbildung 1: Herbst-Nmin-Gehalte im Beobachtungszeitraum 2011-2018 der WRRL-Dauerbeobachtungs-flächen im Hessischen Ried nach der Vorfrucht Getreide mit der jeweiligen Folgekultur bzw. Folge-kulturgruppe. Die Zahl in der Säule entspricht der Anzahl der beprobten Flächen.

Sommerung: Sommergerste, Sommerhafer, Sommerroggen, Sommerhartweizen, Sommerweichweizen, Bohnen, Hirse, Hafer, Sommertriticale, Mais, Kartoffel, Zuckerrübe, Erbse, Buschbohne, Sojabohne

ZF-Sommerung: Herbst-Nmin unter einer Zwischenfrucht mit anschließender Sommerung


Die mittleren Herbst-Nmin-Werte nach Getreide liegen je nach Folgekultur bzw. Folgekulturgruppe im Bereich zwischen 35 kg Nmin/ha bei Raps und 84 kg Nmin/ha bei Winterweizen. Damit wies Winterweizen nach einer Getreidevorfrucht im Beobachtungszeitraum die höchsten Herbst-Nmin-Gehalte auf. Zum einen hängt dies vermutlich damit zusammen, dass Weizen tendenziell auf schwereren Böden mit erhöhtem Stickstoff-Nachlieferungspotenzial angebaut wird, zum anderen ist die N-Aufnahme von Weizen im Herbst im Vergleich zu anderen Kulturen eher gering.

 

Auf Flächen mit Wintergerste nach Getreidevorfrucht kann mit durchschnittlich 65 kg Nmin/ha ein um ca. 20 kg Nmin/ha niedrigerer Nmin-Gehalt festgestellt werden. Diese Beobachtung deckt sich mit dem im Vergleich zu Winterweizen höheren N-Aufnahmevermögen vor dem Winter. Winterroggen nach Getreide weist mit knapp über 50 kg Nmin/ha relativ niedrige Herbst-Nmin-Werte auf. Ein Grund hierfür ist, dass Winterroggen häufig auf sandigen Flächen mit relativ geringem Nachlieferungspotenzial angebaut wird. Des Weiteren könnte auf sandigen Flächen der Stickstoff zum Zeitpunkt der Probenahme bereits teilweise in tiefere Schichten verlagert worden sein.
Das im Herbst sehr hohe N-Aufnahmevermögen von Raps spiegelt sich auch in den Herbst-Nmin-Gehalten wider. Nach Getreidevorfrucht konnte in unserer Auswertung bei Raps mit 35 kg Nmin/ha der niedrigste Wert ermittelt werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte der Nmin-Gehalt im Boden im Spätherbst 40 kg Nmin/ha nicht übersteigen, da mit dem Einsetzen von Winterniederschlägen das Risiko einer N-Verlagerung in tiefere Schichten zunimmt. Dieser Orientierungswert wurde in der langjährigen Auswertung der Nmin-Gehalte im Hessischen Ried bei den Kulturfolgen „Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung“ und „Getreide-Winterraps“ unterschritten.
Die besondere Bedeutung einer Zwischenfrucht für den Grundwasserschutz lässt sich beim Vergleich der Fruchtfolgen Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung und Getreide-Sommerung (ohne Zwischenfrucht) erkennen. Ohne Zwischenfrucht vor einer Sommerung wurde ein mittlerer Nmin-Wert von 64 kg N/ha ermittelt. Mit Zwischenfrucht vor einer Sommerung konnte im Herbst ein um fast 30 kg N/ha niedrigerer Nmin-Wert gemessen werden. Mit 37 kg Nmin/ha lag dieser zudem unter dem grundwasserschutzrelevanten Orientierungswert von 40 kg Nmin/ha.

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Wie bereits in den vergangenen Jahren erfolgte auch in diesem Jahr eine Nachernte-Nmin-Beprobung einiger Wintergetreideflächen im Hessischen Ried. Hierzu wurden im Zeitraum vom 17.07. bis zum 12.08.2019 vier Wintergersten- und dreizehn Winterweizenfläche verteilt über das Beratungsgebiet ausgewählt und direkt nach der Getreideernte beprobt. In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Anzahl der Flächen, die in die Auswertung eingegangen sind, steht jeweils in den Säulen. Die schwarzen Fehlerbalken zeigen die Streuung der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.

Abbildung 1: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Wintergerste 2019 in 0-90 cm Bodentiefe

Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2019 in 0-90 cm Bodentiefe


Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2019 bei durchschnittlich 30 kg Nmin/ha und nach Winterweizen bei 40 kg Nmin/ha.

Diese Werte zeigen, dass in den meisten Fällen im Herbst noch ausreichend Stickstoff im Boden vorhanden ist. Zudem kann in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden. Eine N-Düngung im Herbst ist daher oftmals nicht erforderlich. Die dargestellten Nachernte-Nmin-Werte 2019 können ggf. als Orientierungswerte dienen, ob es trotz eines zuvor berechneten Düngebedarfs im Herbst notwendig ist, eine Düngung vorzunehmen.
 
Die Nachernte-Nmin-Werte der Wintergerstenflächen wiesen in der Bodenschicht 0-30 cm deutliche Schwankungen auf. Der niedrigste Wert nach Wintergerste in 0-30 cm lag bei 20 kg Nmin/ha und der höchste bei 42 kg Nmin/ha. Diese Schwankungen lassen sich u.a. auf die erste Bodenbearbeitung (Stoppelsturz) zurückführen. Zwei der vier beprobten Wintergerstenflächen wurden bereits 3-4 Tage vor der Bodenprobenahme bearbeitet. Laut Angaben aus der Literatur und den Erfahrungen aus den Nachernte-Nmin-Messungen der vergangenen Jahre, kann bereits eine flache Bodenbearbeitung 20 kg Nmin/ha und mehr freisetzen. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte der einzelnen Bodenschichten der beprobten Wintergersten- und Winterweizenflächen dargestellt.

Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten

Beprobungs-tiefe

Wintergerste

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

Winterweizen

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

0 - 30 cm

22,5

26,0

30 - 60 cm

4,5

11,0

60 - 90 cm

4,5

6,0

Das N-Aufnahmevermögen einer Zwischenfrucht hängt vor allem vom Aussaatzeitpunkt, der Wasserversorgung und der Vegetationsdauer ab. Damit der aufgenommene Stickstoff über den Winter für die Folgekultur konserviert werden kann, sollte die Zwischenfrucht möglichst spät oder vorzugsweise erst im Folgejahr eingearbeitet werden. Wenn es sich um eine ökologische Vorrangfläche (Greening) handelt, ist eine Einarbeitung nach dem 15.02. möglich. Auf Antrag beim zuständigen Landwirtschaftsamt darf die Zwischenfrucht im Hessischen Ried ggf. bereits nach dem 15.01. eingearbeitet werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte vor einer Sommerung standardmäßig eine Zwischenfrucht angebaut werden.
 
Ergebnisse aus Ernteschnitten der WRRL-Beratung vom Herbst 2017 zeigten eine N-Aufnahme von bis zu 110 kg N/ha einer Senfreinsaat. Bei den untersuchten Zwischenfruchtgemengen Ackerfit Rübe (KWS) und TG-11 Streufix (Freudenberger Feldsaaten) konnte eine N-Aufnahme von 60 kg N/ha bzw. 82 kg N/ha gemessen werden.

N-Aufnahme von Zwischenfrüchten

Zwischenfrucht

Aussaat

Datum Ernteschnitt

N-Aufnahme [kg N/ha]

Senf (Reinsaat)

Anfang Juli

20.09.

110

KWS Ackerfit Rübe

Ende August

01.11.

60

Freudenberger Streufix

Ende August

01.11.

82


Neben der Stickstoffkonservierung bieten Zwischenfrüchte eine Vielzahl von weiteren Vorteilen. Unter anderem verbessern sie die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben und eine Schattengare, unterdrücken Unkräuter, können gebundene Nährstoffe aufschließen und schützen vor Erosion. Darüber hinaus können sie als wertvolle Nahrungsquelle für Insekten wie zum Beispiel Bienen dienen.
 
Nicht jede Zwischenfrucht ist für jede Kulturfolge geeignet. Sollten Sie zum Beispiel Kreuzblütler wie Raps in Ihrer Fruchtfolge haben, empfiehlt es sich aus phytosanitären Gründen auf Kreuzblütler wie z.B. Senf in der Zwischenfrucht zu verzichten. Zusätzlich sollte die Zwischenfrucht an die vorhandene Aussaattechnik angepasst werden.
Zwischenfruchtbestand im Juli 2019     Fahrgassenbegrünung mit Phacelia im        Gemüsebau

Zwischenfrüchte im Gemüsebau

Im Gemüsebau gestaltet es sich teilweise in Folge der intensiven Flächennutzung und einer engen Fruchtfolge als schwierig eine Zwischenfrucht zu etablieren. Eine Möglichkeit kann es daher sein eine Zwischenfrucht z.B. in den Fahrgassen auszusäen. Neben der Konservierung von Stickstoff bietet eine Gassenbegrünung zusätzlich den Vorteil einer besseren Befahrbarkeit der Fläche, z.B. für die Ernte bei feuchter Witterung. Die Zwischenfrucht sollte im Falle einer Gassenbegrünung möglichst einen nicht zu hoch wachsenden, bodendeckenden und unkrautunterdrückenden Bestand bilden. Verschiedene Saatguthersteller bieten hierfür speziell auf den Gemüsebau abgestimmte Mischungen an. Einige Mischungen sollen dabei gezielt Nützlinge fördern. In jedem Fall sollten phytosanitäre Aspekte Beachtung finden. Befinden sich beispielsweise Kohlarten oder Leguminosen in der Fruchtfolge, sollten weitestgehend keine Kreuzblütler bzw. Leguminosen in der Zwischenfrucht vorhanden sein.

 

Gerne unterstützen wir Sie dabei eine passende Zwischenfrucht für Ihren Betrieb zu finden.

Nährstoffgehalte organischer Düngemittel

 

Die folgenden Grafiken stellen die Ergebnisse der Wirtschaftsdüngeranalysen der WRRL-Beratung aus dem Hessischen Ried dar. In Abbildung 1 sind die Gesamt-N-Gehalte der jeweiligen Wirtschaftsdünger in kg N/t aufgeführt. Die orangefarbenen Balken entsprechen dem Referenzwert des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor (LHL). Die schwarzen Kreise markieren den mittleren N-Gesamt-Gehalt aller Analysen, die von der WRRL Beratung seit dem Jahr 2016 durchgeführt wurden. Die grauen Vierecke markieren den höchsten und den niedrigsten gemessenen Wert. Die Stickstoffgehalte der Wirtschaftsdüngeranalysen der WRRL-Beratung (WBL) und die Referenzwerte des LHL sind relativ ähnlich. Lediglich bei Kompost kann augenfällig ein Unterschied zwischen den Referenzwerten festgestellt werden. Innerhalb der einzelnen Wirtschaftsdünger konnten jedoch teilweise beträchtliche Spannweiten in den Stickstoffgehalten ermittelt werden. Zum Beispiel variierten die Gesamt-N-Gehalte von Rindergülleproben der Betriebe im Hessischen Ried zwischen 1,02 kg N/t und 5,49 kg N/t.
Abbildung 1: Gesamt-N-Gehalte [kg N/t] der Wirtschaftsdüngeranalysen aus der WRRL-Beratung im Hessischen Ried der Jahre 2016 bis 2019 im Vergleich zu den Referenzwerten des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor. Die Analysenanzahl (n) steht in den Balken.

 

In Abbildung 2 und 3 sind die P2O5- und K2O-Gehalte der Wirtschaftsdüngerproben dargestellt. Auch hier treten innerhalb der Wirtschaftsdünger größere Schwankungen in den Nährstoffgehalten auf. Die größten Unterschiede der P- und K-Gehalte treten bei Kompost und Pferdemist auf.

Vor einer organischen Düngung ist in jedem Fall neben dem N-Gehalt des Wirtschaftsdüngers auch dessen P-Gehalt zu berücksichtigen. Je nach P-Bodengehaltsklasse kann auch der P-Gehalt die Wirtschaftsdüngermenge, die nach Düngeverordnung ausgebracht werden darf, begrenzen.

Abbildung 2: Phosphat-Gehalte [kg P2O5/t] der Wirtschaftsdüngeranalysen aus der WRRL-Beratung im Hessischen Ried der Jahre 2016 bis 2019 im Vergleich zu den Referenzwerten des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor. Die Analysenanzahl (n) steht in den Balken.

Abbildung 3: Kalium-Gehalte [kg K2O/t] der Wirtschaftsdüngeranalysen aus der WRRL-Beratung im Hessischen Ried der Jahre 2016 bis 2019 im Vergleich zu den Referenzwerten des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor. Die Analysenanzahl (n) steht in den Balken.

Tabelle 1: Richtwerte Wirtschaftsdüngeranalysen WRRL Hessisches Ried - Datenbestand 2016-2019

 

 

TS

ges. N

NH4-N

P2O5

K2O

S

 

Anzahl

%

kg/t

kg/t

kg/t

kg/t

kg/t

Gärsubstrat

11

5,9

4,0

2,3

1,3

5,2

0,3

Kompost

7

60,8

5,3

1,0

3,1

7,7

1,0

Schweinegülle

6

3,3

4,0

2,9

1,8

2,2

0,3

Rindergülle

16

6,8

3,1

1,5

1,4

3,0

0,4

Rindermist

9

22,2

5,5

1,2

2,5

6,3

1,0

Pferdemist

19

33,5

4,6

0,7

2,6

7,9

0,7

Schafsmist

6

33,5

9,6

2,5

6,0

12,7

1,6


Vor der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern, müssen die Nährstoffgehalte bekannt sein (DüV). Liegt keine eigene Analyse vor, kann für die Berechnung des Gesamtstickstoffs vor der Düngung auf die Richtwerte des LHL oder auf die in Tabelle 1 dargestellten Referenzwerte aus dem Datenbestand der WRRL-Beratung im Hessischen Ried zurückgegriffen werden. Die Nährstoffgehalte Ihres eigenen Wirtschaftsdüngers können jedoch, wie oben gezeigt, deutlich von den Richtwerten abweichen (s. Abbildung 1-3).
Für eine optimale, bedarfsgerechte und grundwasserschonende Düngung, ist daher eine Analyse Ihres Wirtschaftsdüngers vorteilhaft.

Wir bieten Ihnen gerne an, Ihre Wirtschaftsdünger für Sie kostenlos zu analysieren. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse an einer Wirtschafsdüngeranalyse.

Stand 05.04.2019

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

 

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:

Kultur 2019

Vorfrucht (Kultur 2018)

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

Winterweizen

31

29

38

32

99

Winterweizen

Sommergerste

3

25

51

32

108

Winterweizen

Winterraps

13

21

34

30

85

Winterweizen

Zuckerrübe

49

26

23

15

64

Winterweizen

Mais

14

29

55

41

125

Winterweizen

Mais *org.

3

32

69

57

158

Winterweizen

Zwiebel

8

25

49

43

117

Winterweizen

Kartoffeln

12

23

30

22

75

Wintergerste

Winterweizen

12

28

42

28

97

Wintergerste

Wintergerste

15

18

15

13

46

Wintergerste

Sommergerste

4

14

18

18

50

Wintergerste

Winterraps

7

23

25

13

61

Wintergerste

Zuckerrübe

4

27

23

17

67

Wintergerste

Mais

6

21

27

45

93

Wintergerste

Kartoffeln

4

30

46

37

112

Winterroggen

Winterroggen

6

10

8

34

51

Winterroggen

Winterraps

4

6

4

9

19

Winterraps

Wintergerste

3

18

8

12

38

Sommergerste

Winterweizen

6

14

23

21

58

Zuckerrübe

Winterweizen

23

39

39

29

107

Zuckerrübe

Wintergerste

14

23

31

25

79

Zuckerrübe

Sommergerste

4

47

31

16

93

Zuckerrübe

Mais

3

41

31

55

127

Mais

Winterweizen

16

32

34

31

77

Mais

Wintergerste

3

27

29

25

81

Mais

Mais

7

27

35

21

83

Kartoffeln

Winterweizen

7

25

27

24

76

Soja

Winterweizen

-

-

-

-

-

Zwiebel

Winterweizen

9

29

24

25

78

Spargel

Spargel

4

23

39

29

91

Dauergrünland

Dauergrünland

5

18

17

22

57

*(Nmin-Referenzwerte von organisch gedüngten Flächen)

Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2018:

Kultur 2018

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe

0-90 cm

Winterweizen

129

28

32

28

88

Wintergerste

51

24

29

20

73

Winterroggen

11

11

9

25

45

Sommergerste

19

25

28

20

73

Sonstige Getreide

12

19

29

23

71

Winterraps

27

19

25

22

66

Zuckerrübe

64

26

22

17

65

Mais

45

26

29

28

82

Kartoffeln

28

22

30

30

82

Zwiebeln

14

25

49

39

113

Spargel

4

23

39

29

91

Gemüse

17

23

34

34

91

Kräuter

7

35

31

32

98

Rollrasen

5

6

20

12

38

Gesamt

433

24

29

27

79

 

Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur. 

In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.

 

Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.


Hier erhalten Sie die pdf-Version zum Ausdrucken:

Frühjahr 2019: Nmin-Werte, Düngebedarfsermittlung und Wirtschaftsdüngeranalysen

Den aktuellen Beratungsrundbrief mit den Nmin-Werten, den Ergebnissen der Wirtschaftsdüngeranalysen aus der WRRL Beratung sowie den Nmin-Referenz- und Orientierungswerten aus dem Hessischen Ried können Sie sich hier herunterladen (siehe unten)

 

Frühjahrs-Nmin-Werte 2019:

Die Nmin-Werte aus der Frühjahrsbeprobung der WRRL-Flächen zeigen, dass oftmals noch relativ viel Stickstoff im Boden vorhanden ist (Abbildung 1). Somit steht den Kulturen aktuell noch ein Großteil des im Herbst gemessenen Stickstoffs zur Verfügung.

Abbildung 1: Mediane der Frühjahrs-Nmin-Gehalte 2019 im Hessischen Ried in den einzelnen

Bodenschichten unter den Erntefrüchten 2018 (Stand 04.03.2019)

 

Die Ergebnisse aus der WRRL-Frühjahrsbeprobung können als Nmin-Referenzwerte für das Hessische Ried für die Düngebedarfsermittlung verwendet werden. 

Wirtschaftsdüngeranalysen:

Für eine optimale, bedarfsgerechte und grundwasserschonenden Düngung ist die Kenntnis über die genaue Zusammensetzung Ihrer Wirtschaftsdünger vorteilhaft. Wie bieten Ihnen daher an, diese für Sie kostenlos analysieren zu lassen. Die Analysenergebnisse können Sie für die Anrechnung Ihrer organischen Düngung in der Düngebedarfsermittlung verwenden.

Bei Interesse an einer Wirtschaftsdüngeranalyse können Sie uns gerne kontaktieren.

Die Herbst-Nmin-Beprobung 2018 im Hessischen Ried fand im Zeitraum vom 07.11. bis 20.12.2018 statt. Insgesamt wurden 522 Flächen durch die Firma BOLAP GmbH beprobt. In der Abbildung sind die Herbst-Nmin-Ergebnisse für das Hessische Ried in 0‑60 cm Bodentiefe für die einzelnen Haupterntefrüchte oder Kulturgruppen als Mediane in den Bodenschichten 0-30 cm und 30-60 cm dargestellt. Durch die ausgeprägte Sommertrockenheit war eine Beprobung der Bodenschicht 60-90 cm auf vielen Dauerbeobachtungsflächen nicht möglich. In Folge dessen reicht die Datengrundlage nur für die Darstellung der Herbst-Nmin Gehalte in den Bodenschichten 0-60 cm aus.

Abbildung: Ergebnisse der Herbst-Nmin-Beprobung im Jahr 2018 im gesamten Hessischen Ried dargestellt als Mediane in den Tiefen 0-30 cm und 30-60 cm nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:

 

Wintergetreide: Triticale, Winterhartweizen, Winterhafer;

Sommergetreide: Sommerweizen, Sommerhafer, Sommerhartweizen, Sommerroggen;

Gemüse: Buschbohnen, Gemüsebohnen, Gemüseerbsen, Möhren, Salate, Spinat, Kohlarten, Lauch, Knollensellerie;

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Dill;

Heil- und Gewürzpflanzen: Körnerfenchel, Pfefferminze;

Sonstige: Brache, Stilllegung, Blühfläche, Grassamenvermehrung, Energiepflanzen, Erdbeeren, Zuckermais;


Der Gesamtmedian aller ausgewerteten Flächen im Hessischen Ried in 0-60 cm Bodentiefe liegt bei 73 kg N/ha. Dieser vergleichsweise erhöhte Wert kann verschiedene Ursachen haben. Als eine Ursache kann die langanhaltende Trockenheit aufgeführt werden. Viele Kulturen litten an Wassermangel der geringe Ernteerträge und somit in einen geringeren Stickstoffentzug zur Folge hatte. Darüber hinaus kam es während des trockenen Sommers zu einem N-Mineralisationsstau im Boden. Mit Einsetzen der Herbstniederschläge bei gleichzeitig warmen Böden konnte eine erhöhte N-Mineralisationsleistung im Herbst beobachtet werden. Der mineralisierte N konnte auf vielen Flächen nicht mehr vollständig durch eine folgende Winterung oder durch eine Zwischenfrucht aufgenommen werden. Generell erwies es sich wegen der Trockenheit als schwierig, nach der Ernte der Hauptfrucht eine Zwischenfrucht zur Senkung der Herbst-Nmin-Gehalte zu etablieren.

Der niedrigste Median wurde mit 23 kg N/ha unter Rollrasen ermittelt. Bei lediglich fünf beprobten Flächen ist dieser Wert aber nur bedingt aussagekräftig. Die beprobten Flächen nach Zuckerrüben weisen kulturartbedingt wie schon in den letzten Jahren mit 33 kg N/ha ebenfalls einen sehr niedrigen mittleren Herbst-Nmin-Wert auf. Die höchsten Mediane wurden mit 125 kg N/ha nach Zwiebeln, nach Winterraps mit 119 kg N/ha und mit 107 kg N/ha unter Spargel gemessen.

Die Höhe und der Zeitpunkt der Düngung zu Spargel hängen unter anderem vom Standjahr der Anlage ab. Zu Spargelneuanlagen kommt meist eine Düngung mit Kompost oder Champost zur Bodenverbesserung zum Einsatz. Durch die hohe Kompostgabe zu Beginn der Dauerkultur, kann über die folgenden Jahre Stickstoff aus der organischen Düngung mineralisiert werden.

Es lässt sich erkennen, dass bei allen Kulturen und Kulturgruppen der überwiegende Teil des Stickstoffs in der obersten Bodenschicht gemessen wurde. Über alle Kulturen gesehen befanden sich in der obersten Bodenschicht 67 % des gemessenen Stickstoffs. Folglich konnten lediglich 33 % des Stickstoffs in der Bodenschicht 30-60 cm festgestellt werden. Bei einzelnen Flächen konnte jedoch bereits eine Verlagerung des Nmin aus der obersten Bodenschicht in tiefere Schichten beobachtet werden.

N-Düngung im Herbst

Eine Stickstoffdüngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht ist nur zulässig, wenn ein N-Bedarf besteht. Laut Düngeverordnung muss dieser vor der Düngung durch eine N‑Düngebedarfsermittlung nachgewiesen werden. Zudem ist eine N-Düngung nur für bestimmte Fruchtfolgen erlaubt.

Bei folgenden Vorfrüchten (Erntefrucht 2018) besteht grundsätzlich KEIN Düngebedarf:

  • Mais,
  • Zuckerrüben,
  • Raps,
  • Kartoffeln,
  • Feldgemüse oder
  • Leguminosen

 

Eine N-Düngung ist nur zu folgenden Kulturen zulässig:

Kultur

Aussaattermin

Düngung

Zwischenfrüchte

bis 15. September

bis 1. Oktober

Winterraps

bis 15. September

bis 1. Oktober

Wintergerste nur  nach Getreidevorfrucht

bis 1. Oktober

bis 1. Oktober

Feldfutter

bis 15. September

bis 1. Oktober

Grünland, mehrjähriges Feldfutter

bis 15. Mai

bis 1. November

Gemüse, Erdbeeren, Beerenobst

 

bis 1. Dezember

 

Maximale Düngemenge:

Maximal dürfen 60 kg Gesamtstickstoff pro Hektar oder 30 kg Ammoniumstickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gemüse- und Beerenobstkulturen sowie Erdbeeren und Grünland.

Für die Ausbringung von Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Komposten gilt die oben genannte maximale Düngemenge (60/30-Regelung) nicht. Die ausgebrachte N-Menge muss aber für die (folgende) Kultur berücksichtigt und dokumentiert werden.

 

Nachernte-Nmin-Werte:

Im Rahmen der WRRL-Beratung im Hessischen Ried wurden einige Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen ermittelt.

Für einige Gemarkungen und Bodenarten liegen somit Nmin-Bodenprobenergebnisse nach Winterweizen vor, die als Referenzwerte für die N-Düngebedarfsermittlung im Herbst verwendet werden können.

Die Ergebnisse können bei uns telefonisch oder per Mail angefragt werden.

 

P-Düngung

Für Flächen auf denen mehr als 30 kg/ha Phosphat im Jahr ausgebracht werden (z.B. durch organische Düngung), muss eine P‑Düngebedarfsermittlung erstellt werden.

Auf Schlägen in den Boden-Gehaltsstufen D und E darf die Kultur maximal bis in Höhe des P-Entzuges gedüngt werden. Der P-Bedarf kann ggf. auch über eine dreijährige Fruchtfolge ermittelt werden.


-> P-Entzugswerte für die Düngebedarfsermittlung können bei uns angefragt werden.

In unserem Beratungsrundbrief möchten wir Ihnen die wichtigsten Änderungen für das laufende Jahr und insbesondere für die anstehende Frühjahrsdüngung mit Stickstoff und Phosphat erläutern und Ihnen einen kurzen Überblick geben, was Sie für Ihre Düngebedarfsermittlung berücksichtigen müssen.

Zum Rundbrief gelangen Sie hier:

Excelrechner und Vorlagen zur Düngebedarfsermittlung des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/boden-und-duengung/duengeverordnung/duengebedarfsermittlung-fruehjahr-2018/

 

Die neue Düngeverordnung auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft:

https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Ackerbau/_Texte/Duengung.html

 

Die neue Düngeverordnung – Der Gesetzestext:

https://www.gesetze-im-internet.de/d_v_2017/D%C3%BCV.pdf

Vorlagen und Erläuterungen zur Düngebedarfsermittlung im Gemüsebau des LLH:

https://www.llh.hessen.de/pflanze/gemuesebau-und-kraeuter/duengebedarfsermittlung-im-gemuesebau/

 

Die Getreideernte ist in vollem Gange und die Vorbereitungen für die Folgekultur laufen bereits. Mit Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung am 02.06.2017 können sich für die Folgekultur Änderungen für die Bewirtschaftung ergeben.  Mit unserem Rundbrief (einsehbar über die Rubrik ´Downloads´) möchten wir Sie über die wichtigsten Neuerungen informieren!