Die diesjährige Nachernte-Nmin-Beprobung auf Wintergetreideflächen im Hessischen Ried erfolgte im Zeitraum vom 14.07. bis 29.07.2022. Die Flächen wurden zeitnah nach der Ernte beprobt. Teilweise wurde kurz vor der Bodenprobenahme ein flacher Bodenbearbeitungsgang durchgeführt. Insgesamt wurden sieben Wintergerste- und neun Winterweizenfläche verteilt über das WRRL-Beratungsgebiet des WBL beprobt und ausgewertet. Aufgrund der vorherrschenden Trockenheit und der folglich sehr harten Böden konnten drei Flächen (zwei Flächen mit Wintergerste und eine Fläche mit Winterweizen) nur bis in eine Tiefe von 60 cm beprobt werden. Diese Ergebnisse wurden in den folgenden Abbildungen nicht berücksichtigt.
In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Flächenanzahl, die in die Auswertung eingegangen ist, befindet sich in den Säulen. Die grauen Balken zeigen die Spannweite der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.

Abbildung 1: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Wintergerste 2022 in 0-90 cm Bodentiefe

Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2022 in 0-90 cm Bodentiefe

Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2022 in 0-90 cm bei durchschnittlich 38 kg N/ha und nach Winterweizen bei 42 kg N/ha. Diese Werte liegen damit etwas höher als die Nachernte-Nmin-Ergebnisse von 2021 (32 kg N/ha nach Wintergerste und 39 kg N/ha nach Winterweizen). Die Nachernte-Nmin-Messungen zeigen, dass nach Winterweizen tendenziell höhere Nmin-Werte ermittelt werden als nach Wintergerste. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte (Mediane) der einzelnen Bodenschichten der beprobten Getreideflächen aufgelistet.

Auch in diesem Jahr ist in der Regel nach der Getreideernte noch ausreichend Stickstoff im Boden für eine Zwischenfrucht oder folgende Winterung vorhanden. Die Erfahrung zeigt, dass nach der Ernte zudem in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden kann. Eine N-Düngung im Herbst (falls erlaubt) beispielsweise zu Raps, zu Wintergerste oder zu einer Zwischenfrucht ist daher oftmals nicht erforderlich.

In den „Roten Gebieten“ (§13 Gebiete DüV) ist eine Düngung im Herbst generell stark eingeschränkt und nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich (vgl. WRRL-Beratungsrundbrief August 2021). Beispielsweise dürfen Zwischenfrüchte nur mit mineralischen oder mit flüssigen organischen Düngemitteln (z.B. Gülle) gedüngt werden, falls sie der Futternutzung dienen. Für Zwischenfrüchte ohne Futternutzung darf lediglich Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost bis in einer Höhe von maximal 120 kg Gesamt-N je Hektar ausgebracht werden.

Die dargestellten Nachernte-Nmin-Werte 2022 können als Orientierungswerte dienen, ob es trotz eines zuvor berechneten Düngebedarfs im Herbst notwendig ist, eine Düngung vorzunehmen. Die Herbstdüngung von Winterungen muss bei der Düngebedarfsermittlung im Frühjahr angerechnet werden.
Bei Verdacht auf erhöhte Rest-Nmin-Werte nach der Ernte, besonders nach dem Anbau von Winterweizen mit einer N-Qualitätsgabe, empfiehlt sich der Anbau einer Zwischenfrucht um den Stickstoff zu konservieren, vor einer Verlagerung zu schützen und der Folgekultur zur Verfügung zu stellen.




Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten



Anhänge:
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Hier finden Sie die aktuellen Nmin-Werte der WRRL-Frühjahrsbeprobung im Hessischen Ried.
Diese werden regelmäßig aktualisiert und ergänzt.

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:
Stand 31.05.2022


Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2021:



Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur. 

In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.

 

Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.



Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit laden wir Sie zu folgender Veranstaltung ein:

Feldbegehung mit Besichtigung zweier Bodenprofile
Dienstag, 26.04.2022, von 14:00 - 16:00 Uhr
in Klein-Rohrheim & Groß-Rohrheim
 
Für den Grundwasserschutz ist eine ertragreiche Ernte mit hohen Nährstoffentzügen ein wichtiger Baustein. Für die Ertragsbildung ist die Wasserversorgung der Kultur bedeutsam. Im verhältnismäßig warmen und niederschlagsarmen Hessischen Ried begrenzt meist die Menge an pflanzenverfügbarem Wasser im durchwurzelbaren Bodenraum den Ertrag. Die vorhandenen Nährstoffmengen sind meist nicht ertragsbegrenzend. Anhand von zwei Bodenprofilen an einem sandig-lehmigen und an einem moorigen Standort, soll, unter anderem, das pflanzenverfügbare Wasserspeichervermögen verschiedener Böden beleuchtet werden.
Dabei sollen auch nützliche Hinweise zum richtigen Zeitpunkt einer Bewässerungsgabe und zur Bodenbearbeitung erörtert werden.

Referenten: Herr Bickhardt (Berater LLH Griesheim), Herr Dr. Keil (Bodenschätzung, OFD Ffm.) und die
WRRL-Beratung des WBL Hessen.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme mit interessanten Gesprächen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr WRRL-Team

Hier erhalten Sie die Einladung im pdf-Format, einschließlich Anfahrtskizze:

So lautete das Motto des diesjährigen Weltwassertages am 22. März.
Anlass genug, auf dem Tannenhof von Familie Meinhardt die Grundwasserberatung im Hessischen Ried in eine neue Ära starten zu lassen.

Neben den Vertretern des Regierungspräsidiums, der Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, dem Ressortleiter Herrn Fuchs und den Vertreterinnen der Oberen Wasserbehörde Frau Dr. Bodem und Frau Grünewald, waren Herr Roth (Geschäftsführer) und die WRRL-Berater (WBL Hessen) sowie die Landwirte Herr Meinhardt und Herr Dörr zugegen.


Hier gelangen Sie zum vollständigen Presseartikel:

Der diesjährige WRRL-Arbeitskreis „WRRL-Beratung im Hessischen Ried“ fand am 14.12.2021 statt.
Aufgrund der Coronasituation wurde der Arbeitskreis als Online-Veranstaltung durchgeführt.

Themen der Veranstaltung waren u.a.: WRRL-Beratung im Hessischen Ried im Jahr 2021, Ergebnisse und Erkenntnisse aus der WRRL-Beratung, Ausblick auf die kommenden Jahre.

Wir freuen uns, dass so viele Landwirte und Landwirtinnen aus dem Hessischen Ried an der Veranstaltung teilgenommen haben.

Die Präsentationsfolien der WRRL-Beratung können Sie sich gerne hier nochmal ansehen:

Seit Herbst 2021 gilt der verpflichtende Zwischenfruchtanbau vor einer Sommerung in den „Roten Gebieten“ mit mehr als 550 mm Jahresniederschlag.

 

Herausforderungen:

  • In den vergangenen Trockenjahren liefen die Zwischenfrüchte häufig nicht auf oder vertrockneten kurz nach der Keimung.
  • Für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau sind die Bodenfeuchte und die Witterung zur Aussaat entscheidende Faktoren.
  • Die Erfolgschancen lassen sich durch die Wahl des richtigen Aussaatzeitpunktes und einer geeigneten Aussaattechnik deutlich steigern.

 

Ziel muss es daher sein, die zur Ernte vorhandene Bodenfeuchte für die Aussaat der Zwischenfrucht zu nutzen.

 

Lösungsansätze:

  • Die Aussaat der Zwischenfrucht sollte möglichst zeitnah nach der Ernte (max. 24 h) erfolgen. Dies minimiert die Verdunstung und gibt der Ausfallkultur keinen Keimvorsprung (Gerste!).
  • Idealerweise die Zwischenfrucht im Direktsaatverfahren säen. Das spart zusätzlich Bodenwasser. Jeder Bodenbearbeitungsgang verringert die Bodenfeuchte.
  • Auf gute Strohverteilung achten.
  • Auswahl von trockenheitstoleranten Zwischenfrüchten (z.B. Öllein, Sorghum, Ramtil, Phacelia). .

Demofläche:

Erntefrucht 2021: Winterweizen

Erntetermin: 28.07.2021

Bodenbearbeitung nach der Ernte: keine

Aussaattermin Zwischenfrucht: 29.07.2021

Zwischenfrucht: DSV Terralife Warm Season

Aussaatstärke: 25 kg/ha

Aussaattechnik:

  • Teilfläche 1: Scheiben-Sämaschine (Horsch Pronto)
  • Teilfläche 2: Grubber mit aufgesattelter pneumatischer Sämaschine (Horsch Terrano FX; Horsch MiniDrill)

 

Abbildung 1: links: Mulchsaat mit Scheiben-Sämaschine Horsch Pronto; rechts: Grubber mit aufgesattelter pneumatischer Sämaschine

 

Nmin-Werte: