Anhand der Frühjahrsbeprobungsergebnisse im Hessischen Ried werden seit 2018 durch die WRRL-Beratung Nmin-Referenzwerte nach Fruchtfolgen erstellt. Diese können für die Düngebedarfsermittlung verwendet werden und bieten den Vorteil, dass sie gegenüber überregionalen Referenzwerten die aktuelle Nmin-Situation im Beratungsgebiet relativ genau abbilden.
Abbildung 1 zeigt die auf Basis der Frühjahrsbeprobung des WBL ermittelten Frühjahrs-Nmin-Referenzwerte 2020.
 
Auf Grund der vielfältigen Kulturen im Hessischen Ried und der daraus resultierenden komplexen Fruchtfolgen ist es nicht möglich für alle Fruchtfolgen Referenzwerte zu erstellen. Die Darstellung beschränkt sich daher auf die am häufigsten vertretenen Fruchtfolgekombinationen 2019/2020 (Anzahl der beprobten Flächen in den Säulen). In der Achsenbeschriftung ist in der ersten Zeile die Erntefrucht 2019 (Vorfrucht) und in der zweiten Zeile die aktuelle Kultur genannt.

Die vollständige Darstellung der Referenzwerte über alle Fruchtfolgekombinationen steht Ihnen im Folgenden als Download zur Verfügung.

Langjährige Nmin-Werte nach Kulturfolgen

Für eine langjährige Betrachtung der Nmin-Gehalte nach Kulturfolgen im Hessischen Ried wurden alle ermittelten Herbst-Nmin-Werte der WRRL-Dauerbeobachtungsflächen im Zeitraum von 2011 bis 2018 ausgewertet. Dabei wurden über den gesamten Zeitraum die Herbst-Nmin-Werte nach Getreide (Sommer- und Wintergetreideflächen) betrachtet und nach der jeweiligen Folgefrucht ausgewertet. In Abbildung 1 sind die Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte in der Bodentiefe 0-90 cm für einige Folgefrüchte dargestellt.

Abbildung 1: Herbst-Nmin-Gehalte im Beobachtungszeitraum 2011-2018 der WRRL-Dauerbeobachtungs-flächen im Hessischen Ried nach der Vorfrucht Getreide mit der jeweiligen Folgekultur bzw. Folgekultur-gruppe. Die Zahl in der Säule entspricht der Anzahl der beprobten Flächen.

Sommerung: Sommergerste, Sommerhafer, Sommerroggen, Sommerhartweizen, Sommerweichweizen, Bohnen, Hirse, Hafer, Sommertriticale, Mais, Kartoffel, Zuckerrübe, Erbse, Buschbohne, Sojabohne

ZF-Sommerung: Herbst-Nmin unter einer Zwischenfrucht mit anschließender Sommerung


Die mittleren Herbst-Nmin-Werte nach Getreide liegen je nach Folgekultur bzw. Folgekulturgruppe im Bereich zwischen 35 kg Nmin/ha bei Raps und 84 kg Nmin/ha bei Winterweizen. Damit wies Winterweizen nach einer Getreidevorfrucht im Beobachtungszeitraum die höchsten Herbst-Nmin-Gehalte auf. Zum einen hängt dies vermutlich damit zusammen, dass Weizen tendenziell auf schwereren Böden mit erhöhtem Stickstoff-Nachlieferungspotenzial angebaut wird, zum anderen ist die N-Aufnahme von Weizen im Herbst im Vergleich zu anderen Kulturen eher gering.
 
Auf Flächen mit Wintergerste nach Getreidevorfrucht kann mit durchschnittlich 65 kg Nmin/ha ein um ca. 20 kg Nmin/ha niedrigerer Nmin-Gehalt festgestellt werden. Diese Beobachtung deckt sich mit dem im Vergleich zu Winterweizen höheren N-Aufnahmevermögen vor dem Winter. Winterroggen nach Getreide weist mit knapp über 50 kg Nmin/ha relativ niedrige Herbst-Nmin-Werte auf. Ein Grund hierfür ist, dass Winterroggen häufig auf sandigen Flächen mit relativ geringem Nachlieferungspotenzial angebaut wird. Des Weiteren könnte auf sandigen Flächen der Stickstoff zum Zeitpunkt der Probenahme bereits teilweise in tiefere Schichten verlagert worden sein.
Das im Herbst sehr hohe N-Aufnahmevermögen von Raps spiegelt sich auch in den Herbst-Nmin-Gehalten wider. Nach Getreidevorfrucht konnte in unserer Auswertung bei Raps mit 35 kg Nmin/ha der niedrigste Wert ermittelt werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte der Nmin-Gehalt im Boden im Spätherbst 40 kg Nmin/ha nicht übersteigen, da mit dem Einsetzen von Winterniederschlägen das Risiko einer N-Verlagerung in tiefere Schichten zunimmt. Dieser Orientierungswert wurde in der langjährigen Auswertung der Nmin-Gehalte im Hessischen Ried bei den Kulturfolgen „Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung“ und „Getreide-Winterraps“ unterschritten.
Die besondere Bedeutung einer Zwischenfrucht für den Grundwasserschutz lässt sich beim Vergleich der Fruchtfolgen Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung und Getreide-Sommerung (ohne Zwischenfrucht) erkennen. Ohne Zwischenfrucht vor einer Sommerung wurde ein mittlerer Nmin-Wert von 64 kg N/ha ermittelt. Mit Zwischenfrucht vor einer Sommerung konnte im Herbst ein um fast 30 kg N/ha niedrigerer Nmin-Wert gemessen werden. Mit 37 kg Nmin/ha lag dieser zudem unter dem grundwasserschutzrelevanten Orientierungswert von 40 kg Nmin/ha.
 
Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
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Wie bereits in den vergangenen Jahren erfolgte auch in diesem Jahr eine Nachernte-Nmin-Beprobung einiger Wintergetreideflächen im Hessischen Ried. Hierzu wurden im Zeitraum vom 17.07. bis zum 12.08.2019 vier Wintergersten- und dreizehn Winterweizenfläche verteilt über das Beratungsgebiet ausgewählt und direkt nach der Getreideernte beprobt. In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Anzahl der Flächen, die in die Auswertung eingegangen sind, steht jeweils in den Säulen. Die schwarzen Fehlerbalken zeigen die Streuung der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.

Abbildung 1: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Wintergerste 2019 in 0-90 cm Bodentiefe

Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2019 in 0-90 cm Bodentiefe


Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2019 bei durchschnittlich 30 kg Nmin/ha und nach Winterweizen bei 40 kg Nmin/ha.

Diese Werte zeigen, dass in den meisten Fällen im Herbst noch ausreichend Stickstoff im Boden vorhanden ist. Zudem kann in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden. Eine N-Düngung im Herbst ist daher oftmals nicht erforderlich. Die dargestellten Nachernte-Nmin-Werte 2019 können ggf. als Orientierungswerte dienen, ob es trotz eines zuvor berechneten Düngebedarfs im Herbst notwendig ist, eine Düngung vorzunehmen.
 
Die Nachernte-Nmin-Werte der Wintergerstenflächen wiesen in der Bodenschicht 0-30 cm deutliche Schwankungen auf. Der niedrigste Wert nach Wintergerste in 0-30 cm lag bei 20 kg Nmin/ha und der höchste bei 42 kg Nmin/ha. Diese Schwankungen lassen sich u.a. auf die erste Bodenbearbeitung (Stoppelsturz) zurückführen. Zwei der vier beprobten Wintergerstenflächen wurden bereits 3-4 Tage vor der Bodenprobenahme bearbeitet. Laut Angaben aus der Literatur und den Erfahrungen aus den Nachernte-Nmin-Messungen der vergangenen Jahre, kann bereits eine flache Bodenbearbeitung 20 kg Nmin/ha und mehr freisetzen. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte der einzelnen Bodenschichten der beprobten Wintergersten- und Winterweizenflächen dargestellt.

Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten

Beprobungs-tiefe

Wintergerste

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

Winterweizen

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

0 - 30 cm

22,5

26,0

30 - 60 cm

4,5

11,0

60 - 90 cm

4,5

6,0

Die diesjährige Nachernte-Nmin-Beprobung auf Wintergetreideflächen im Hessischen Ried erfolgte im Zeitraum vom 29.06. bis zum 31.07.2020. Hierzu wurden sechs Wintergersten- und neun Winterweizenfläche verteilt über das Beratungsgebiet des WBL zeitnah nach der Getreideernte beprobt und ausgewertet. In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Anzahl der Flächen, die in die Auswertung eingegangen sind, steht jeweils in den Säulen. Die schwarzen Balken zeigen die Spannweite der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.

Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2020 in 0-90 cm bei durchschnittlich 19 kg Nmin/ha und nach Winterweizen bei 38 kg Nmin/ha. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte (Mediane) der einzelnen Bodenschichten der beprobten Wintergersten- und Winterweizenflächen aufgelistet.

Die Werte zeigen wie bereits in den vergangenen Jahren, dass in den meisten Fällen im Herbst noch ausreichend Stickstoff im Boden vorhanden ist. Zudem kann in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden. Eine N-Düngung im Herbst ist daher oftmals nicht erforderlich. Zudem ist eine Düngung zur Zwischenfrucht in § 13 Gebieten ab 2021 nur noch zu Zwischenfrüchten mit Futternutzung unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die dargestellten Nachernte-Nmin-Werte 2020 können ggf. als Orientierungswerte dienen, ob es trotz eines zuvor berechneten Düngebedarfs im Herbst notwendig ist, eine Düngung vorzunehmen.

Die Nachernte-Nmin-Werte der Getreideflächen wiesen in der Bodenschicht 0-30 cm deutliche Schwankungen auf. Der niedrigste Wert nach Wintergetreide in 0-30 cm lag bei 5 kg Nmin/ha und der höchste bei 43 kg Nmin/ha. Diese Schwankungen lassen sich u.a. auf die erste Bodenbearbeitung zurückführen. Auch die Spät-/Qualitätsgabe im Winterweizen kann in Abhängigkeit des Witterungsverlaufs in der Abreife einen erhöhten Nachernte-Nmin-Wert verursachen. Einen weiteren Einfluss kann zudem der Einsatz einer organischen Düngung im Vorjahr oder den Vorjahren haben.

Bei Verdacht auf erhöhte Rest-Nmin-Werte nach der Ernte, besonders nach dem Anbau von Winterweizen mit einer N-Qualitätsgabe, empfiehlt sich der Anbau einer Zwischenfrucht um den Stickstoff zu konservieren, vor einer Verlagerung zu schützen und der Folgekultur zur Verfügung zu stellen.

Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten

Hier finden Sie die aktuellen Nmin-Werte der WRRL-Frühjahrsbeprobung im Hessischen Ried.
Diese werden regelmäßig aktualisiert und ergänzt.

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:
Stand 23.03.2020

Kultur 2020

Vorfrucht (Kultur 2019)

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

Winterweizen

22 von 22 17 15 17 49

Winterweizen

Wintergerste

5 von 5 22 23 19 64

Winterweizen

Winterraps

4 von 4 14 10 10 34

Winterweizen

Zuckerrüben

38 von 38 18 13 9 40

Winterweizen

Mais

22 von 23 17 18 17 52

Winterweizen

Kartoffeln

6 von 7 14 13 19 46

Winterweizen

Zwiebeln

7 von 7 23 23 21 67

Wintergerste

Winterweizen

19 von 19 13 12 11 36

Wintergerste

Wintergerste

18 von 18 11 10 9 30

Wintergerste

Sommergerste

10 von 10

13

9

10

32

Wintergerste

Mais

4 von 4

13

13

16

42

Wintergerste

Kartoffeln

3 von 3

13

9

9

31

Winterroggen

Winterweizen

3 von 3

14

9

5

28

Winterroggen

Winterroggen

8 von 8

6

3

5

14

Winterraps

Winterweizen

5 von 5

15

10

7

32

Winterraps

Wintergerste

3 von 3

12

5

2

19

Sommergerste

Winterweizen

8 von 8

31

33

27

91

Sommergerste

Sommergerste

3 von 3

18

15

15

48

Zuckerrüben

Winterweizen

27 von 27

21

20

15

56

Zuckerrüben

Wintergerste

9 von 9

20

19

9

48

Zuckerrüben

Sommergerste

4 von 4

22

9

8

39

Mais

Winterweizen

17 von 29

24

21

16

61

Mais

Wintergerste

10 von 12

20

12

11

43

Kartoffeln

Winterweizen

8 von 10

31

35

25

91

Kartoffeln

Zuckerrüben

3 von 3

12

13

16

41

Zwiebeln

Winterweizen

9 von 12

20

16

20

56

Zwiebeln

Wintergerste

3 von 3

20

18

25

63

Spargel

Spargel

-

-

-

-

-

Dauergrünland

Dauergrünland

3 von 7

19

5

5

29



Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2019:
Stand 23.03.2020

Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur.

Kultur 2019

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

137 von 164

20

17

16

53

Wintergerste

55 von 59

16

12

9

37

Winterroggen

14 von 16

7

5

7

19

Sommergerste

27 von 27

12

10

10

32

Sonstige Getreide

12 von 13

17

20

17

54

Winterraps

6 von 7

14

10

10

34

Zuckerrüben

51 von 55

18

13

10

41

Mais

36 von 43

16

16

14

46

Kartoffeln

16 von 18

13

10

10

33

Zwiebeln

9 von 13

23

23

21

67

Gemüse

11 von 16

15

16

16

47

Küchenkräuter

5 von 9

23

11

8

42

Heil- und Gewürzpflanzen

7 von 9

18

7

9

34

Leguminosen

19 von 27

19

14

12

45

Rollrasen

5 von 6

6

4

11

21

Gesamt

437 von 541

17

13

12

42
Die Herbst-Nmin-Beprobung erfolgte im Zeitraum vom 23.10. bis 18.12.2019. In Abbildung 1 sind die Herbst-Nmin-Mediane der einzelnen Kulturen bzw. Kulturgruppen für die Bodentiefe 0-90 cm unterteilt nach den drei Bodenschichten dargestellt.

Insgesamt wurden 541 Herbst-Nmin-Bodenproben für die Auswertung berücksichtigt.

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt aller ausgewerteten Proben lag bei 60 kg N/ha in der Bodenschicht 0-90 cm. Im Vergleich zum Herbst 2018 (72 kg N/ha in der Bodentiefe 0-60 cm) konnte somit erfreulicherweise eine deutliche Abnahme des Herbst-Nmin-Gehalts ermittelt werden. Aus Grundwasserschutzsicht ist zu Vegetationsende ein Nmin-Gehalt im Boden von unter 40 kg N/ha anzustreben. Um diesen positiven Trend auch in den kommenden Jahren fortzuführen sind eine angepasste Düngung, der Zwischenfruchtanbau, möglichst wenig Bodenbearbeitung und eine angepasste Fruchtfolge die wichtigsten Instrumente im Betrieb, um möglichst geringe Herbst-Nmin-Gehalte zu erreichen.

Abbildung 1: Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte [kg N/ha] der drei beprobten Bodenschichten nach den Erntefrüchten 2019 (Anzahl der Bodenproben in den jeweiligen Säulen);

Kategorie sonstige Wintergetreide: Winterhartweizen, Wintertriticale, Wintergetreide; Kategorie Gemüse: Möhren, Porree, Ruccola, Salate, Sellerie, Spinat, Gemüse (Freiland); Kategorie Leguminosen: Erbsen, Klee-Luzerne-Gemisch, Lupine; Kategorie: Heil- und Gewürzpflanzen: Baldrian, Körnerfenchel, Pfefferminze, Heilpflanzen; Kategorie Sonstige: Ackergras, Blühfläche, Blumen und Zierpflanzen, Grassamenvermehrung, Hafer, Himbeeren, Landsberger Gemenge, Sommerroggen, Stilllegung, Zuckermais

Bei den unterschiedlichen Kulturen bzw. Kulturarten konnten teilweise erhebliche Unterschiede in den Herbst-Nmin-Werten beobachtet werden.

Der höchste durchschnittliche Nmin-Gehalt wurde im Herbst 2019 mit 115 kg N/ha nach Buschbohnen und der niedrigste mit 16 kg N/ha unter Grünland gemessen. Relativ niedrige Nmin-Werte nahe dem Orientierungswert Grundwasserschutz von 40 kg N/ha konnten nach Winterbraugerste, Zuckerrüben, Erdbeeren und nach Küchenkräutern erfasst werden.

Für einige Kulturen bzw. Kulturgruppen war der Beprobungsumfang (Zahlen in den Säulen) relativ gering. Die Mediane für diese Kulturen sind daher nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann ggf. eine Tendenz für die jeweilige Kultur erkannt werden.

Des Weiteren gilt es zu beachten, dass sich die Nmin-Werte auf die Erntefrüchte 2019 beziehen. Zum Zeitpunkt der Probenahme standen daher teilweise Folgekulturen auf den Flächen, die evtl. bereits im Herbst gedüngt wurden. Insbesondere auf den Gemüsebauflächen standen häufig zum Zeitpunkt der Probenahme gedüngte Folgekulturen.

Der Großteil des gemessenen Stickstoffs befand sich zum Zeitpunkt der Probenahme in den beiden oberen Bodenschichten und kann zumindest teilweise von der Folgekultur oder einer Zwischenfrucht aufgenommen werden. Bei Schlägen ohne Winterbegrünung (Zwischenfrucht oder Kultur) kann davon ausgegangen werden, dass der Stickstoff durch die gefallenen Winterniederschläge bis zum Frühjahr teilweise in tiefere Bodenschichten verlagert wurde.


Stand 05.04.2019

Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.

 

Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:

Kultur 2019

Vorfrucht (Kultur 2018)

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe 0-90 cm

Winterweizen

Winterweizen

31

29

38

32

99

Winterweizen

Sommergerste

3

25

51

32

108

Winterweizen

Winterraps

13

21

34

30

85

Winterweizen

Zuckerrübe

49

26

23

15

64

Winterweizen

Mais

14

29

55

41

125

Winterweizen

Mais *org.

3

32

69

57

158

Winterweizen

Zwiebel

8

25

49

43

117

Winterweizen

Kartoffeln

12

23

30

22

75

Wintergerste

Winterweizen

12

28

42

28

97

Wintergerste

Wintergerste

15

18

15

13

46

Wintergerste

Sommergerste

4

14

18

18

50

Wintergerste

Winterraps

7

23

25

13

61

Wintergerste

Zuckerrübe

4

27

23

17

67

Wintergerste

Mais

6

21

27

45

93

Wintergerste

Kartoffeln

4

30

46

37

112

Winterroggen

Winterroggen

6

10

8

34

51

Winterroggen

Winterraps

4

6

4

9

19

Winterraps

Wintergerste

3

18

8

12

38

Sommergerste

Winterweizen

6

14

23

21

58

Zuckerrübe

Winterweizen

23

39

39

29

107

Zuckerrübe

Wintergerste

14

23

31

25

79

Zuckerrübe

Sommergerste

4

47

31

16

93

Zuckerrübe

Mais

3

41

31

55

127

Mais

Winterweizen

16

32

34

31

77

Mais

Wintergerste

3

27

29

25

81

Mais

Mais

7

27

35

21

83

Kartoffeln

Winterweizen

7

25

27

24

76

Soja

Winterweizen

-

-

-

-

-

Zwiebel

Winterweizen

9

29

24

25

78

Spargel

Spargel

4

23

39

29

91

Dauergrünland

Dauergrünland

5

18

17

22

57

*(Nmin-Referenzwerte von organisch gedüngten Flächen)

Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2018:

Kultur 2018

Anzahl

0-30 cm

30-60 cm

60-90 cm

Summe

0-90 cm

Winterweizen

129

28

32

28

88

Wintergerste

51

24

29

20

73

Winterroggen

11

11

9

25

45

Sommergerste

19

25

28

20

73

Sonstige Getreide

12

19

29

23

71

Winterraps

27

19

25

22

66

Zuckerrübe

64

26

22

17

65

Mais

45

26

29

28

82

Kartoffeln

28

22

30

30

82

Zwiebeln

14

25

49

39

113

Spargel

4

23

39

29

91

Gemüse

17

23

34

34

91

Kräuter

7

35

31

32

98

Rollrasen

5

6

20

12

38

Gesamt

433

24

29

27

79

 

Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur. 

In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.

 

Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.


Hier erhalten Sie die pdf-Version zum Ausdrucken:

Die Herbst-Nmin-Beprobung 2018 im Hessischen Ried fand im Zeitraum vom 07.11. bis 20.12.2018 statt. Insgesamt wurden 522 Flächen durch die Firma BOLAP GmbH beprobt. In der Abbildung sind die Herbst-Nmin-Ergebnisse für das Hessische Ried in 0‑60 cm Bodentiefe für die einzelnen Haupterntefrüchte oder Kulturgruppen als Mediane in den Bodenschichten 0-30 cm und 30-60 cm dargestellt. Durch die ausgeprägte Sommertrockenheit war eine Beprobung der Bodenschicht 60-90 cm auf vielen Dauerbeobachtungsflächen nicht möglich. In Folge dessen reicht die Datengrundlage nur für die Darstellung der Herbst-Nmin Gehalte in den Bodenschichten 0-60 cm aus.

Abbildung: Ergebnisse der Herbst-Nmin-Beprobung im Jahr 2018 im gesamten Hessischen Ried dargestellt als Mediane in den Tiefen 0-30 cm und 30-60 cm nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:

 

Wintergetreide: Triticale, Winterhartweizen, Winterhafer;

Sommergetreide: Sommerweizen, Sommerhafer, Sommerhartweizen, Sommerroggen;

Gemüse: Buschbohnen, Gemüsebohnen, Gemüseerbsen, Möhren, Salate, Spinat, Kohlarten, Lauch, Knollensellerie;

Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Dill;

Heil- und Gewürzpflanzen: Körnerfenchel, Pfefferminze;

Sonstige: Brache, Stilllegung, Blühfläche, Grassamenvermehrung, Energiepflanzen, Erdbeeren, Zuckermais;


Der Gesamtmedian aller ausgewerteten Flächen im Hessischen Ried in 0-60 cm Bodentiefe liegt bei 73 kg N/ha. Dieser vergleichsweise erhöhte Wert kann verschiedene Ursachen haben. Als eine Ursache kann die langanhaltende Trockenheit aufgeführt werden. Viele Kulturen litten an Wassermangel der geringe Ernteerträge und somit in einen geringeren Stickstoffentzug zur Folge hatte. Darüber hinaus kam es während des trockenen Sommers zu einem N-Mineralisationsstau im Boden. Mit Einsetzen der Herbstniederschläge bei gleichzeitig warmen Böden konnte eine erhöhte N-Mineralisationsleistung im Herbst beobachtet werden. Der mineralisierte N konnte auf vielen Flächen nicht mehr vollständig durch eine folgende Winterung oder durch eine Zwischenfrucht aufgenommen werden. Generell erwies es sich wegen der Trockenheit als schwierig, nach der Ernte der Hauptfrucht eine Zwischenfrucht zur Senkung der Herbst-Nmin-Gehalte zu etablieren.

Der niedrigste Median wurde mit 23 kg N/ha unter Rollrasen ermittelt. Bei lediglich fünf beprobten Flächen ist dieser Wert aber nur bedingt aussagekräftig. Die beprobten Flächen nach Zuckerrüben weisen kulturartbedingt wie schon in den letzten Jahren mit 33 kg N/ha ebenfalls einen sehr niedrigen mittleren Herbst-Nmin-Wert auf. Die höchsten Mediane wurden mit 125 kg N/ha nach Zwiebeln, nach Winterraps mit 119 kg N/ha und mit 107 kg N/ha unter Spargel gemessen.

Die Höhe und der Zeitpunkt der Düngung zu Spargel hängen unter anderem vom Standjahr der Anlage ab. Zu Spargelneuanlagen kommt meist eine Düngung mit Kompost oder Champost zur Bodenverbesserung zum Einsatz. Durch die hohe Kompostgabe zu Beginn der Dauerkultur, kann über die folgenden Jahre Stickstoff aus der organischen Düngung mineralisiert werden.

Es lässt sich erkennen, dass bei allen Kulturen und Kulturgruppen der überwiegende Teil des Stickstoffs in der obersten Bodenschicht gemessen wurde. Über alle Kulturen gesehen befanden sich in der obersten Bodenschicht 67 % des gemessenen Stickstoffs. Folglich konnten lediglich 33 % des Stickstoffs in der Bodenschicht 30-60 cm festgestellt werden. Bei einzelnen Flächen konnte jedoch bereits eine Verlagerung des Nmin aus der obersten Bodenschicht in tiefere Schichten beobachtet werden.