Die diesjährige Nmin-Frühjahrsbeprobung erfolgte im Zeitraum vom 19.01. bis 14.05.2021. Für die Auswertung der Frühjahrs-Nmin-Werte wurden die Bodenprobenergebnisse von 524 Flächen berücksichtigt. Die mittleren Nmin-Gehalte in 0-90 cm für die einzelnen Kulturen oder Kulturgruppen sind in Abbildung 1 unterteilt nach den Bodenschichten dargestellt.
Die Frühjahrs-Nmin-Gehalte 2021 in der Grafik beziehen sich auf die Erntefrucht 2020, also auf die Vorkultur.
Der diesjährige Frühjahrs-Median von allen 524 beprobten Flächen lag bei 41 kg N/ha und war damit ähnlich wie der durchschnittliche Frühjahrs-Nmin-Wert von 2020 (43 kg N/ha).
Im Vergleich zur Herbst-Nmin-Messung 2020 konnte bis zum Frühjahr 2021 eine Abnahme des Nmin-Gehalts von knapp 40 kg N/ha festgestellt werden. Einerseits resultiert diese Abnahme aus der Stickstoffaufnahme einer Winterung oder einer Zwischenfrucht andererseits konnte insbesondere auf sandigen Flächen oder auf über Winter brachliegenden Flächen eine Verlagerung des Stickstoffs in tiefere Bodenschichten beobachtet werden.
Abbildung 1: Mediane der Frühjahrs-Nmin-Gehalte [kg N/ha] der drei beprobten Bodenschichten im gesamten Hessischen Ried nach den Erntefrüchten 2020, Stand 14.05.2021
Wie im Vorjahr wurden die höchsten Frühjahrs-Nmin-Gehalte nach den Kulturen Buschbohnen mit 88 kg N/ha, Zwiebeln mit 82 kg N/ha und nach der Kulturgruppe sonstige Getreide mit 61 kg N/ha gemessen. Bereits zur Herbstbeprobung 2020 konnten nach diesen Kulturen bzw. Kulturgruppen vergleichsweise hohe Herbst-Nmin-Werte festgestellt werden. Auch in den vergangenen Jahren wiesen die Kulturen Buschbohnen, Zwiebeln oder auch Kartoffeln häufig erhöhte Herbst-Nmin-Werte und folglich erhöhte Frühjahrs-Nmin-Werte auf. In einer Nachernte-Nmin-Messreihe in 2020 wurden daher durch die WRRL-Beratung die Ursachen für die erhöhten Herbst-Nmin-Werte untersucht. Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Messreihen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Die niedrigsten Frühjahrs-Nmin-Gehalte wurden wie schon im Frühjahr 2020 unter Rollrasen (21 kg N/ha), nach Winterroggen (22 kg N/ha) und unter Grünland (25 kg N/ha) gemessen. Die niedrigen Frühjahrs-Nmin-Werte unter Rollrasen und Grünland sind auf die vergleichsweise hohe Stickstoffaufnahme der beiden Kulturen über die Wintermonate zurückzuführen. Der niedrige Nmin-Wert nach Winterroggen beruht vermutlich auf der Tatsache, dass die Kultur zumeist moderat gedüngt wird. Zudem erfolgt der Anbau von Roggen größtenteils auf sandigen Flächen. Bodenartbedingt kann der Stickstoff auf diesen Flächen leicht ausgewaschen werden.
In den vergangenen Jahren wurden im Hessischen Ried nach den Kulturen Zwiebel, Buschbohne und Kartoffel häufig erhöhte Herbst-Nmin-Mediane über 100 kg N/ha festgestellt. In der folgenden Abbildung sind die ermittelten Herbst-Nmin-Mediane der Jahre 2016 bis 2020 der genannten Kulturen dargestellt. Anhand von Nmin-Messreihen nach der Ernte der Kulturen sollten mögliche Gründe für die erhöhten Herbst-Nmin-Werte untersucht werden. Dabei wurde vor allem betrachtet welchen Einfluss die Ernte bzw. Rodung der Kultur, die Bodenbearbeitung während der Kultur und nach der Ernte und die Erntereste auf die Nachernte-Mineralisation und die Herbst-Nmin-Werte nach den Kulturen haben.
Abbildung: Herbst-Nmin-Mediane in 0-90 cm Bodentiefe nach Zwiebeln, Buschbohnen und Kartoffeln in den Jahren 2016 bis 2020 im Hessischen Ried. Die Zahl in der Säule entspricht der Anzahl (n) der Flächen im jeweiligen Jahr. Die Nmin-Werte wurden jeweils im November/Dezember gemessen
In den vergangenen Jahren wurden nach Zwiebeln oftmals erhöhte Herbst-Nmin-Gehalte im Beratungsgebiet festgestellt. Mit einer Nachernte-Nmin-Messreihe sollten mögliche Gründe und Ursachen für erhöhte Herbst-Nmin-Gehalte untersucht werden und Lösungsansätze zur Vermeidung erarbeitet werden.
Auf einer Demofläche wurden daher ab dem Zeitpunkt kurz vor der Zwiebelernte Ende August (KW 35) bis Anfang November (KW 45) in unregelmäßigen Abständen Bodenproben bis 60 cm Tiefe entnommen und auf Nmin analysiert (Abbildung 1).
Abbildung 1: Nachernte-Nmin-Messreihe nach Zwiebeln unterteilt nach den Bodenschichten
Die Zwiebeln wurden Anfang März gesät und unter Berücksichtigung des betrieblichen Durchschnittsertrags mit 140 kg N/ha gedüngt. Während der Kulturdauer wurden die Zwiebeln regelmäßig bewässert (ca. 180 mm). Am 25.08.2020 erfolgte die Zwiebelernte. Als Folgekultur wurde Winterweizen in KW 40 gesät.
Für die Bestimmung des Nmin-Gehalts im Boden zu Kulturende wurde kurz vor der Ernte eine Nmin-Bodenprobe in 0-60 cm entnommen. Zum Zeitpunkt der Ernte in KW 35 befanden sich in den beiden obersten Bodenschichten 48 kg N/ha. Die Erntemenge blieb auf Grund der anhaltenden trockenen und warmen Witterung um knapp 20 % hinter dem angestrebten mehrjährigen betrieblichen Durchschnittsertrag zurück.
Nach der Ernte in KW 35 erfolgte eine zweimalige relativ flache Bodenbearbeitung (10 cm Bodentiefe) mit der Kurzscheibenegge. Es wurde vermutet, dass durch die Bodenbewegung bei der Zwiebelernte und durch die Bodenbearbeitung nach der Ernte die N-Mineralisation angeregt wird und es zu einem Anstieg des Nmin-Gehalts im Boden kommen würde. Die Nmin-Messungen in KW 36 mit 72 kg N/ha und in KW 40 mit 101 kg N/ha konnten diese Annahme bestätigen.
In der Folge konnte in KW 42 und in KW 45 eine Abnahme des Nmin-Gehalts in 0-60 cm um ca. 30 kg N/ha auf 72 bzw. auf 68 kg N/ha ermittelt werden. Die Abnahme kann vermutlich auf die Nmin-Aufnahme der Folgefrucht Winterweizen (Aussaat Ende September in KW 40) zurückgeführt werden. Die N-Aufnahme des Winterweizens nach der Aussaat bis zur Vegetationsruhe liegt erfahrungsgemäß bei etwa 30 kg N/ha.
Zur Bestimmung des Herbst-Nmin-Gehalts in 0-90 cm Bodentiefe wurde in KW 45 zusätzlich die Bodenschicht 60-90 cm auf Nmin untersucht. Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt der Probenahme Anfang November 98 kg N/ha im Boden. Die Höhe des Herbst-Nmin-Gehalts der Demofläche liegt somit leicht unterhalb des für 2020 ermittelten Nmin-Durchschnittswerts nach Zwiebeln (120 kg N/ha). Trotzdem kann vermutet werden, dass der dargestellte Nmin-Verlauf der Demofläche als exemplarisch auf andere Zwiebelflächen übertragen werden kann.
Fazit:
Für das Erreichen von möglichst niedrigen Nachernte-Nmin-Gehalten und in der Folge für die Erzielung von niedrigen Herbst-Nmin-Werten ist die realistische Einschätzung der Ertragserwartung und somit der Nährstoffentzüge ein wichtiger Baustein. Jedoch können verschiedene, vorab schwer absehbare Faktoren wie zum Beispiel Witterungseinflüsse dazu führen, dass die tatsächlichen Erträge die Erwartungen nicht erreichen.
Umso mehr sollte daher ein Augenmerk auf dem Nacherntemanagement liegen. Die Zwiebelernte führt zu einer erheblichen Bodenbewegung. Dies kann eine erhöhte N-Mineralisation zur Folge haben. Weitere Bodenbearbeitungsgänge nach der Ernte können zusätzlich zu einer Erhöhung der N-Nachlieferung beitragen. Die Auswirkungen der Zwiebelernte und der Bodenbearbeitung nach der Ernte auf den Anstieg des Nmin-Gehalts im Boden konnten in der Messreihe dokumentiert werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte daher nach Zwiebeln die Intensität und die Häufigkeit der Bodenbearbeitung möglichst reduziert werden. Ein Brachliegen der Fläche über Winter sollte unbedingt vermieden werden. Aufgrund der relativ geringen N-Aufnahme im Herbst ist Winterweizen als Folgefrucht nach Zwiebeln nicht zu empfehlen. Kulturen mit einer höheren N-Aufnahme wie zum Beispiel Winterraps oder Wintergerste sollten bevorzugt werden. Optimalerweise sollte nach der Kultur Zwiebel eine Zwischenfrucht folgen. Der durch die Zwischenfrucht aufgenommene Stickstoff könnte so vor einer Auswaschung geschützt und für die folgende Sommerung konserviert werden.
Im Jahr 2020 wurde eine Nachernte-Nmin-Messreihe nach Buschbohnen durchgeführt. Auch hier zeigte sich, dass die häufig festgestellten erhöhten Herbst-Nmin-Werte nach dieser Kultur in hohem Maße vom Nacherntemanagement beeinflusst wird. In der folgenden Abbildung ist der Nachernte-Nmin-Verlauf einer Buschbohnenfläche in 0‑60 cm Bodentiefe dargestellt. Zu Kulturbeginn Mitte Mai befand sich ausreichend Stickstoff im Boden. Es erfolgte daher keine N‑Düngung. Zur Ernte in KW 32 befanden sich knapp 60 kg N/ha in 0-60 cm Bodentiefe. Kurz darauf erfolgte eine flache Bodenbearbeitung mit einer Scheibenegge. In KW 34 konnte eine erhebliche Zunahme des Nmin-Gehalts beobachtet werden. Diese kann auf die erhöhte N-Mineralisation infolge der durchgeführten Bodenbearbeitung und der eingearbeiteten Erntereste zurückgeführt werden. Im weiteren Verlauf blieben die Nmin-Werte auf hohem Niveau (KW 34-38). Durch eine weitere Bodenbearbeitung mit der Scheibenegge konnte in KW 42 erneut eine Zunahme des Nmin-Gehalts im Boden auf 131 kg N/ha festgestellt werden. Jedoch fiel diese im Vergleich zur ersten Bodenbearbeitung niedriger aus. Kühlere Bodentemperaturen sorgten vermutlich für schlechtere Mineralisationsbedingungen, so dass der Anstieg vergleichsweise moderat ausfiel. Zudem dürfte sich der überwiegende Teil der Erntereste bereits umgesetzt haben. Mitte Oktober erfolgte die abschließende Bodenbearbeitung und die Aussaat des Winterweizens. Mit 105 kg N/ha lag der Nmin-Gehalt in KW 45 um 26 kg N/ha niedriger als in KW 42. Ein Teil des Rückgangs lässt sich durch die N-Aufnahme des Winterweizens erklären. Erfahrungsgemäß liegt diese nach der Aussaat bis zum Frühjahr bei etwa 30 kg N/ha. Insgesamt gesehen lag der Nmin-Gehalt im Spätherbst und zu Beginn der auswaschungsgefährdeten Zeit (KW 45) deutlich über dem angestrebten Orientierungswert Grundwasserschutz von 40 kg N/ha in 0‑90 cm Bodentiefe. Es besteht daher das Risiko, dass größere Mengen an Stickstoff über Winter in tiefere Bodenschichten verlagert werden.
Ähnliche Beobachtungen konnten auch für die Messreihen nach den Kulturen Zwiebeln und Kartoffeln gemacht werden.
Abbildung: Nachernte-Nmin-Messreihe nach Buschbohnen unterteilt nach den Bodenschichten 0-30 cm und 30-60 cm
Fazit:
Folgende Ansätze können Ihnen dabei helfen den Herbst-Nmin-Gehalt nach den genannten Kulturen möglichst niedrig zu halten und das Auswaschungsrisiko deutlich zu senken:
- Im Frühjahr sollte der N-Düngebedarf immer anhand einer Nmin-Bodenprobe ermittelt werden. Eine bedarfsgerechte Düngung ohne „Überschüsse“ ist eine gute Voraussetzung für niedrige Herbst-Nmin-Werte.
- Die Ertragserwartung sowie das N-Nachlieferungsvermögen des Bodens sollten realistisch eingeschätzt werden.
- Idealerweise Anbau einer Zwischenfrucht mit folgender Sommerung. Falls aus Gründen der Fruchtfolge schwer umsetzbar ggf. Zwischenfrucht vor einer geplanten Winterung etablieren.
- Optimierung der Fruchtfolge. Winterweizen als Folgefrucht weist eine verhältnismäßig geringe N-Aufnahme auf und sollte daher beispielsweise durch eine Wintergerste ersetzt werden.
- Die Bodenbearbeitung nach der Ernte in Häufigkeit und Intensität möglichst reduzieren. Die Bodenbearbeitung nach Möglichkeit sehr spät im Jahr durchführen (kühlere Bodentemperaturen).
- Keine Herbstdüngung zur Folgekultur (auch kein Mist oder Kompost).
- Ein Brachliegen der Flächen über den Winter muss unbedingt vermieden werden.
In den vergangenen Jahren konnten nach Kartoffeln häufig erhöhte Nmin-Werte gemessen werden. Diese Beobachtung deckt sich mit den Erfahrungen anderer in Hessen tätigen WRRL-Maßnahmenträger. Aus diesem Grund wird maßnahmenraumübergreifend ein auf mehrere Jahre angelegtes Monitoring von Kartoffelflächen durchgeführt.
Neben der Höhe der N-Düngung zu Kulturbeginn scheint es noch weitere ausschlaggebende Faktoren für erhöhte Herbst-Nmin-Gehalte zu geben. Häufig weisen die berechneten Schlagbilanzen sehr niedrige oder sogar negative N-Bilanz-Salden auf. Des Weiteren konnten auf drei Demoflächen in 2020 (0-60 cm Bodentiefe) kurz vor der Kartoffelernte lediglich leicht erhöhte Nmin-Gehalte im Boden festgestellt werden (Abbildung 1). Dies deutet darauf hin, dass die relativ hohen Herbst-Nmin-Werte nach Kartoffeln überwiegend auf Faktoren zurückzuführen sind, die zur bzw. nach der Ernte zum Tragen kommen. Als ein wichtiger Faktor wäre die Kartoffelrodung zu nennen. Bei der Rodung wird der Boden intensiv bewegt und durchlüftet. Dies führt zu guten Mineralisationsbedingungen im Boden. Auf den drei Demoflächen konnte eine Zunahme des Nmin-Gehalts von ca. 30 kg N/ha nach der Rodung nachgewiesen werden (Abbildung 1). Zudem verbleibt der oberirdische Aufwuchs auf der Fläche. Nach und nach wird dieser mineralisiert und bewirkt eine Erhöhung des Nmin-Gehalts im Boden. Weitere Bodenbearbeitungsgänge und die Vorbereitung für das Saatbett für die Folgekultur können Mineralisationsschübe mit einem Anstieg des Nmin-Gehalts im Boden verursachen. Als Folgefrucht wird oftmals Winterweizen nach Kartoffeln angebaut. Winterweizen weist eine geringe N-Aufnahme über den Winter im Vergleich zu anderen Winterungen auf. Hohe Nmin-Gehalte im Boden können deshalb häufig nicht komplett durch den Winterweizen aufgenommen werden.
Abbildung 1: Vor- und Nachernte-Nmin-Messungen bei drei Kartoffelflächen in 0-60 cm Bodentiefe
Als Folge dieser Beobachtungen kann festgehalten werden, dass das Nacherntemanagement nach Kartoffeln eine entscheidende Bedeutung für die Erzielung von möglichst niedrigen Herbst-Nmin-Werten hat.
Aus diesem Grund wurde 2020 eine Nachernte-Nmin-Messreihe auf einer Demofläche nach Kartoffeln mit Folgefrucht Winterweizen durchgeführt (Abbildung 2). Ziel der Messreihe war es den Nmin-Verlauf nach der Rodung zu erfassen und mögliche Lösungsstrategien zur Vermeidung erhöhter Nmin-Gehalte zu erarbeiten. Für die Messreihe wurden zwei Parzellen (jeweils 12 m x 20 m) angelegt. Eine Parzelle wurde betriebsüblich (BÜ) bewirtschaftet. Die zweite Parzelle wurde grundwasserschutzoptimiert d.h. mit Aussaat einer Zwischenfrucht vor dem Winterweizen angelegt.
In regelmäßigen Abständen wurden in beiden Parzellen ab KW 33 (kurz vor der Rodung) bis KW 49 Bodenproben in 0-30 cm Bodentiefe entnommen und auf Nmin analysiert. Zu Beginn der Messreihe erfolgte die Nmin-Beprobung im wöchentlichen Turnus, da davon ausgegangen wurde, dass gerade in den ersten Wochen nach der Rodung eine erhebliche N-Dynamik im Boden beobachtet werden kann. Ab KW 37 wurden die Parzellen in einem zwei- bzw. vier-wöchigen Rhythmus beprobt.
Kurz vor der Rodung in KW 33 wurden beide Parzellen erstmalig auf Nmin untersucht (Abbildung 2). Dabei wies die Parzelle „Zwischenfrucht“ mit 35 kg N/ha (0-30 cm) einen um 20 kg N/ha höheren Nmin-Gehalt im Boden auf als die betriebsübliche Parzelle. Zeitnah nach der Rodung wurde in der Parzelle „Zwischenfrucht“ mit flachlaufendem Grubber und aufgesatteltem Schneckenkornstreuer ein Gemenge aus 11 kg/ha Senf und 3 kg/ha Ramtillkraut eingesät. In der betriebsüblichen Variante hingegen erfolgte die erste Bodenbearbeitung etwas später in KW 35 mit einem tieferlaufenden Schwergrubber.
Abbildung 2: Nachernte-Nmin-Messreihe nach Kartoffeln in 0-30 cm Bodentiefe in zwei Parzellen.
Parzelle ZF: Aussaat einer Zwischenfrucht nach der Rodung;
Parzelle BÜ: betriebsüblich d.h. ohne Zwischenfrucht
Nach der Rodung in KW 33 stieg der Nmin-Gehalt im Oberboden bis zur Nmin-Messung in KW 34 bei beiden Varianten um ca. 30 kg N/ha an. Dies deckt sich mit den Beobachtungen in Abbildung 2, dass die Rodung eine Erhöhung des Nmin-Gehalts um ca. 30 kg N/ha bewirkt. In KW 35 konnte in der Zwischenfruchtvariante ein weiterer Anstieg des Nmin-Gehalts auf über 80 kg N/ha gemessen werden, während in der betriebsüblichen Variante eine leichte Abnahme dokumentiert werden konnte. Der unterschiedliche Verlauf der beiden Varianten lässt sich ggf. damit erklären, dass bereits durch die flache Bodenbearbeitung zur Aussaat der Zwischenfrucht die N-Mineralisation in Gang gesetzt wurde. Unter Umständen könnte der Oberboden der Zwischenfruchtvariante auch ein etwas höheres Mineralisationsvermögen besitzen, so dass es in den ersten zwei Wochen nach der Rodung zu einem höheren Nmin-Anstieg gekommen ist. Der kurz vor der Rodung ermittelte höhere Nmin-Gehalt könnte dafür einen Hinweis geben. Zum anderen hinterließ der Grubber zur Zwischenfruchtaussaat im Vergleich zum Schwergrubber in der betriebsüblichen Variante eine etwas feinere Bodenstruktur. Es kann daher möglich sein, dass in der Zwischenfruchtparzelle zum Zeitpunkt der Probenahme in KW 35 bessere Mineralisationsbedingungen vorlagen. In der Folge verblieb der Nmin-Gehalt im Oberboden in der betriebsüblichen Variante bis KW 37 auf relativ gleichem Niveau bei etwa 40 kg N/ha. In der Zwischenfruchtparzelle nahm der Nmin-Gehalt in diesem Zeitraum von gut 80 kg N/ha auf knapp über 70 kg N/ha leicht ab. Diese Abnahme kann vermutlich auf die beginnende N-Aufnahme der Zwischenfrucht zurückgeführt werden.
Ab KW 37 bis KW 39 kann in der betriebsüblichen Variante eine drastische Zunahme des Nmin-Gehalts festgestellt werden. Ein Grund für die Zunahme dürfte die zweite Bodenbearbeitung mit folglich erhöhter Nmin-Freisetzung sein. Der Nmin-Gehalt der Zwischenfruchtvariante hingegen reduzierte sich in diesem Zeitraum weiterhin konstant und lag in KW 39 erstmalig unterhalb der betriebsüblichen Variante.
Ab KW 39 bis 41 konnte in beiden Parzellen eine Abnahme des Nmin-Gehalts dokumentiert werden. Jedoch fiel die Abnahme jeweils unterschiedlich stark aus. In der betriebsüblichen Variante fiel der Rückgang mit ca. 12 kg N/ha gegenüber der Zwischenfruchtvariante mit 36 kg N/ha vergleichsweise gering aus. Während die leichte Abnahme in der betriebsüblichen Variante ggf. auf eine beginnende Verlagerung des Stickstoffs durch einsetzende Herbstniederschläge hindeuten könnte, kann die starke Abnahme in der Zwischenfruchtvariante auf den relativ großen Massezuwachs mit folglich hoher Nährstoffaufnahme zurückgeführt werden. Zur Überprüfung der N-Aufnahme der Zwischenfrucht wurden in KW 43 (21.10.2020) Ernteschnitte entnommen und die Stickstoffaufnahme der Zwischenfrucht ermittelt. Im Beobachtungszeitraum lag die durchschnittliche N-Aufnahme der Zwischenfrucht bei 64 kg N/ha. Dies entspricht im Wesentlichen auch der Abnahme des Nmin-Gehalts von 85 kg N/ha in KW 35 bis auf 23 kg N/ha in KW 41.
Unmittelbar nach den Zwischenfrucht-Ernteschnitten in KW 43 erfolgte eine Bodenbearbeitung über die ganze Fläche in deren Folge die Zwischenfrucht eingearbeitet und der Winterweizen gesät wurde. In der Parzelle „Zwischenfrucht“ konnte im Anschluss bis in KW 49 eine erhebliche Zunahme des Nmin-Gehalts im Oberboden beobachtet werden. Es kann daher vermutet werden, dass der Umbruch der Zwischenfrucht zu einer Mineralisation des im Aufwuchs gebundenen Stickstoffs führte. Es besteht daher das Risiko, dass dieser freigewordene Stickstoff über den Winter in tiefere Bodenschichten verlagert wird. Durch eine Nmin-Bodenprobe im Frühjahr 2021 soll überprüft werden, ob zumindest ein Teil des Stickstoffs aus der Zwischenfrucht für die Folgefrucht konserviert werden konnte.
In der Parzelle ohne Zwischenfrucht nahm der Nmin-Gehalt im gleichen Zeitraum hingegen konstant ab. Aufgrund der bereits etwas kühleren Bodentemperaturen und folglich schlechteren Mineralisationsbedingungen scheint daher die Bodenbearbeitung in KW 43 nicht mehr so einen großen Einfluss auf den Nmin-Gehalt ausgeübt zu haben. Die konstante Abnahme des Nmin-Gehalts lässt vermuten, dass es durch einsetzende Herbstniederschläge bereits zu einer Verlagerung des Stickstoffs in tiefere Bodenschichten kam. Die N-Aufnahme durch den Winterweizen ist in diesem Zeitraum als eher gering einzuschätzen.
Fazit:
Die N-Düngung zu Kartoffeln sollte zur Vermeidung von zu hohen Rest-Nmin-Gehalten nach der Ernte optimal auf die Ertragserwartung und somit an den Kulturbedarf abgestimmt sein. Für die Erzielung von möglichst niedrigen Herbst-Nmin-Gehalten muss zudem das Nacherntemanagement besonders beachtet werden. Die Kartoffelrodung bewirkt einen Nmin-Anstieg im Oberboden von mindestens 30 kg N/ha. Weitere Bodenbearbeitungsgänge nach der Rodung tragen in der Regel zu einer Erhöhung des Nmin-Gehalts bei und sollten daher in der Häufigkeit und Intensität möglichst reduziert werden. Bodenbearbeitungsgänge zu einem späteren Termin (Spätherbst) führen aufgrund der kühleren Bodentemperaturen und folglich schlechteren Mineralisationsbedingungen zu einem geringeren Nmin-Anstieg und sollten daher, wenn betrieblich umsetzbar, bevorzugt werden.
Der Anbau einer Zwischenfrucht nach Kartoffeln kann zu einer beträchtlichen Abnahme des Nmin-Gehalts im Boden führen. Eine relativ frühe Einarbeitung beispielsweise zur Aussaat des Winterweizens im Oktober kann jedoch bereits zu einer Mineralisation des im Aufwuchs gebundenen Stickstoffs bis zur Vegetationsruhe führen. Es besteht daher das Risiko, dass dieser freigewordene Stickstoff über den Winter in tiefere Bodenschichten verlagert wird. Aus Grundwasserschutzsicht wäre es daher wünschenswert, wenn die Zwischenfrucht über Winter auf der Fläche verbleiben und eine Sommerung folgen würde. Aufgrund der Fruchtfolge ist das betrieblich nicht immer umsetzbar. Durch den Anbau einer Zwischenfrucht vor der Winterung besteht die Chance, dass ein Teil des zunächst im Aufwuchs gebundenen Stickstoffs vor einer Verlagerung über den Winter in tiefere Bodenschichten geschützt wird.
Die vollständige Darstellung der Referenzwerte über alle Fruchtfolgekombinationen steht Ihnen im Folgenden als Download zur Verfügung.
Langjährige Nmin-Werte nach Kulturfolgen
Für eine langjährige Betrachtung der Nmin-Gehalte nach Kulturfolgen im Hessischen Ried wurden alle ermittelten Herbst-Nmin-Werte der WRRL-Dauerbeobachtungsflächen im Zeitraum von 2011 bis 2018 ausgewertet. Dabei wurden über den gesamten Zeitraum die Herbst-Nmin-Werte nach Getreide (Sommer- und Wintergetreideflächen) betrachtet und nach der jeweiligen Folgefrucht ausgewertet. In Abbildung 1 sind die Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte in der Bodentiefe 0-90 cm für einige Folgefrüchte dargestellt.
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Abbildung 1: Herbst-Nmin-Gehalte im Beobachtungszeitraum 2011-2018 der WRRL-Dauerbeobachtungs-flächen im Hessischen Ried nach der Vorfrucht Getreide mit der jeweiligen Folgekultur bzw. Folgekultur-gruppe. Die Zahl in der Säule entspricht der Anzahl der beprobten Flächen. Sommerung: Sommergerste, Sommerhafer, Sommerroggen, Sommerhartweizen, Sommerweichweizen, Bohnen, Hirse, Hafer, Sommertriticale, Mais, Kartoffel, Zuckerrübe, Erbse, Buschbohne, Sojabohne ZF-Sommerung: Herbst-Nmin unter einer Zwischenfrucht mit anschließender Sommerung |
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Abbildung 1: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Wintergerste 2019 in 0-90 cm Bodentiefe |
Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2019 in 0-90 cm Bodentiefe |
Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2019 bei durchschnittlich 30 kg Nmin/ha und nach Winterweizen bei 40 kg Nmin/ha.
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Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten |
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Die diesjährige Nachernte-Nmin-Beprobung auf Wintergetreideflächen im Hessischen Ried erfolgte im Zeitraum vom 29.06. bis zum 31.07.2020. Hierzu wurden sechs Wintergersten- und neun Winterweizenfläche verteilt über das Beratungsgebiet des WBL zeitnah nach der Getreideernte beprobt und ausgewertet. In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Anzahl der Flächen, die in die Auswertung eingegangen sind, steht jeweils in den Säulen. Die schwarzen Balken zeigen die Spannweite der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.
Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten
Im Hessischen Ried begann die Herbst-Nmin-Beprobung am 15.10. und dauerte bis zum 28.11.2024 an. Es wurden 502 Flächen in einer Bodentiefe von 0-90 cm beprobt. Das folgende Diagramm zeigt die Herbst-Nmin-Werte [kg N/ha] unterteilt nach den drei Bodenschichten als Mediane in Abhängigkeit der Erntefrucht bzw. Kulturgruppe 2024.
Abbildung 1: Dargestellt sind die Mediane der Herbst-Nmin-Werte [kg N/ha] in den Bodenschichten 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm im Hessischen Ried in Abhängigkeit der Erntefrucht 2024. (Die Zahl in den Säulen gibt die Anzahl der beprobten Flächen wieder.)
Sonstige Getreide: Winterhafer, Triticale, Sommerweizen; Mais: Körner- und Silomais; Gemüse: Möhren, Kohl, Kürbis, Salat, Lauch, Rosenkohl, Spinat, Stangenbohnen, k. A.; Sonstige Leguminosen: Klee-Luzerne, Luzerne, Luzerne-Gras, Ackerbohne; Energiepflanzen: GPS-Getreide, Riesenweizengras/Szarvasi-Gras, Hirse, Sudangras, GPS-Triticale; Sonstige: Mähweide, Ackergras, Landsberger Gemenge, Heilpflanzen, Zuckermais, Koriander, Quinoa, Grassamenvermehrung.
Insgesamt wurde im Herbst 2024 über alle beprobten WRRL-Flächen ein durchschnittlicher Herbst-Nmin-Median von 58 kg N/ha ermittelt. Der Herbst-Min-Median 2024 lag somit gleich hoch wie der Herbst-Nmin-Median 2023. Der Großteil des Stickstoffs befindet sich noch in den oberen beiden Bodenschichten. Bei einigen Kulturen bzw. Kulturgruppen (besonders bei Kulturen die gerne auf sandigen Standorten angebaut werden) lässt sich im Herbst 2024 eine beginnende N-Verlagerung beobachten. Beispielsweise lässt sich nach Winterroggen und unter Spargel gut erkennen, dass ein Großteil des Stickstoffs aus dem Oberboden (0-30cm) bereits in tiefere Bodenschichten verlagert wurde.
Der höchste durchschnittliche Nmin-Gehalt im Herbst ist - wie auch in den Jahren zuvor - kulturartbedingt nach Buschbohnen mit einem Median von 184 kg N/ha zu finden (selbst der niedrigst gemessene Wert (Abb. 2) liegt bei einem sehr hohen Gehalt von 117 kg N/ha). Durch die kurze Vegetationszeit der Buschbohnen wird diese Leguminose in der Regel gedüngt, da der Zeitraum für eine symbiontische N-Versorgung durch die Knöllchenbakterien nicht ausreicht. Zusätzlich verbleiben nach der Ernte viele Pflanzenreste auf der Fläche und tragen zu einer erhöhten N-Mineralisierung bei. In der Folge kann eine erhöhte N-Nachlieferung bis in den Spätherbst hinein beobachtet werden. Dieser freigewordene Stickstoff kann von einer direkten Folgekultur aufgenommen werden. Der nach Buschbohne häufig folgende Winterweizen eignet sich aus Grundwasserschutzsicht nicht als direkte Folgekultur der Buschbohne, da dieser mit einer vergleichsweise geringen N-Aufnahme über die Wintermonate (ca. 20-30 kg N/ha) nur einen Teil des freiwerdenden Stickstoffs bindet. Falls im Zuge der Fruchtfolgeplanung nach Buschbohnen dennoch Wintergetreide als Folgekultur angebaut werden soll, empfiehlt sich der Anbau von Wintergerste. Diese nimmt bis zur Vegetationsruhe mit 30-50 kg N/ha etwas mehr Stickstoff als Winterweizen auf und bewirkt dadurch eine stärkere Reduktion der auswaschungsgefährdeten Stickstoffmenge. Aus Grundwasserschutzsicht ist nach Buschbohne der Anbau einer Zwischenfrucht mit folgender Sommerung wünschenswert. Zwischenfrüchte können im Herbst und über die Wintermonate vergleichsweise viel Stickstoff konservieren und somit vor einer Verlagerung schützen. Der durch die Zwischenfrucht aufgenommene Stickstoff steht durch Mineralisationsprozesse der folgenden Sommerung größtenteils zur Verfügung und muss daher nicht zusätzlich gedüngt werden. Auch ein Zwischenfruchtanbau direkt nach den Buschbohnen und vor der Aussaat des Wintergetreides kann ökonomisch sinnvoll sein und sich zudem positiv auf das N-Verlagerungsrisiko auswirken. Leider wurde in 2024 nach der Buschbohnenernte auf keiner dieser WRRL-Dauerbeobachtungsflächen eine Zwischenfrucht angebaut, sondern eine Winterung, oftmals Winterweizen.
Die Nmin-Werte nach Sojabohne sind mit durchschnittlichen 48 kg N/ha sehr viel niedriger als die nach der Buschbohne, obwohl es sich bei beiden Kulturen um Leguminosen handelt. Ein Grund ist, dass nach einer erfolgreichen Impfung des Saatguts eine N-Düngung der Sojabohne nicht nötig ist. Im Gegensatz zur Buschbohne, die eine kurze Vegetationsdauer hat, steht die Sojabohne länger auf dem Acker (Totreife), der Luftstickstoff kann durch die Knöllchenbakterien fixiert und die Pflanze mit N versorgt werden. Durch die lange Standzeit der Sojabohne wird zusätzlich viel N bis in den Herbst hinein aus dem Boden entzogen.
Abbildung 2: Dargestellt sind die Mediane mit Spannweiten der Herbst-Nmin-Werte [kg N/ha] in 0-90 cm Bodentiefe im Hessischen Ried in Abhängigkeit der Erntefrucht 2024. (Die Zahl in den Säulen gibt die Anzahl der beprobten Flächen wieder.)
Nach Zwiebeln ist der Nmin-Wert mit 124 kg N/ha ebenfalls erhöht. Zwiebeln gehören neben Kartoffeln und den bereits erwähnten Buschbohnen zu den Kulturen mit häufig erhöhten Herbst-Nmin-Gehalten. Die feinkrümelige Bodenstruktur, die Bewässerung und der Anbau in Dämmen (bei Kartoffeln) erhöhen die N-Mineralisation und sind u.a. Gründe für die hohen Herbst-Nmin-Werte. Wie bereits oben erwähnt ist auch hier ein anschließender Zwischenfruchtanbau ratsam.
Die Nmin-Werte von Winterweizen und Wintergerste unterscheiden sich im Herbst 2024 nicht voneinander (64 kg N/ha). In den Vorjahren wurde immer ein deutlich niedrigerer Nmin-Wert nach Wintergerste festgestellt. Die Erträge der Wintergerste waren in 2024 aufgrund der langandauernden Nässe und hohem Krankheitsdruck verbreitet geringer als in den Vorjahren. Dementsprechend niedriger waren auch die N-Entzüge aus dem Boden. Dies könnte eine Erklärung für die relativ hohen Herbst-Nmin-Werte nach Wintergerste sein.
Teilweise war der Beprobungsumfang bei einzelnen Kulturen bzw. Kulturgruppen relativ gering. Die Mediane für diese Kulturen sind daher nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann ggf. eine Tendenz für die jeweilige Kultur erkannt werden.
Die Spannweiten der Nmin-Gehalte sind bei den meisten Kulturen groß (Abb. 2). Dies kann unter anderem auf schlagspezifische Ursachen und unterschiedliches Nacherntemanagement zurückgeführt werden.
Aus Grundwasserschutzsicht wird ein Herbst-Nmin-Wert von 40 kg N/ha und darunter angestrebt. Mit einer angepassten Fruchtfolgeplanung können Nmin-Werte beeinflusst werden. Der Anbau einer Zwischenfrucht führt in der Regel zu niedrigeren Herbst-Nmin-Werten.
Diese werden regelmäßig aktualisiert und ergänzt.
Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.
Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:
Stand 23.03.2020
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Kultur 2020 |
Vorfrucht (Kultur 2019) |
Anzahl |
0-30 cm |
30-60 cm |
60-90 cm |
Summe 0-90 cm |
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Winterweizen |
Winterweizen |
22 von 22 | 17 | 15 | 17 | 49 |
|
Winterweizen |
Wintergerste |
5 von 5 | 22 | 23 | 19 | 64 |
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Winterweizen |
Winterraps |
4 von 4 | 14 | 10 | 10 | 34 |
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Winterweizen |
Zuckerrüben |
38 von 38 | 18 | 13 | 9 | 40 |
|
Winterweizen |
Mais |
22 von 23 | 17 | 18 | 17 | 52 |
|
Winterweizen |
Kartoffeln |
6 von 7 | 14 | 13 | 19 | 46 |
|
Winterweizen |
Zwiebeln |
7 von 7 | 23 | 23 | 21 | 67 |
|
Wintergerste |
Winterweizen |
19 von 19 | 13 | 12 | 11 | 36 |
|
Wintergerste |
Wintergerste |
18 von 18 | 11 | 10 | 9 | 30 |
|
Wintergerste |
Sommergerste |
10 von 10 |
13 |
9 |
10 |
32 |
|
Wintergerste |
Mais |
4 von 4 |
13 |
13 |
16 |
42 |
|
Wintergerste |
Kartoffeln |
3 von 3 |
13 |
9 |
9 |
31 |
|
Winterroggen |
Winterweizen |
3 von 3 |
14 |
9 |
5 |
28 |
|
Winterroggen |
Winterroggen |
8 von 8 |
6 |
3 |
5 |
14 |
|
Winterraps |
Winterweizen |
5 von 5 |
15 |
10 |
7 |
32 |
|
Winterraps |
Wintergerste |
3 von 3 |
12 |
5 |
2 |
19 |
|
Sommergerste |
Winterweizen |
8 von 8 |
31 |
33 |
27 |
91 |
|
Sommergerste |
Sommergerste |
3 von 3 |
18 |
15 |
15 |
48 |
|
Zuckerrüben |
Winterweizen |
27 von 27 |
21 |
20 |
15 |
56 |
|
Zuckerrüben |
Wintergerste |
9 von 9 |
20 |
19 |
9 |
48 |
|
Zuckerrüben |
Sommergerste |
4 von 4 |
22 |
9 |
8 |
39 |
|
Mais |
Winterweizen |
17 von 29 |
24 |
21 |
16 |
61 |
|
Mais |
Wintergerste |
10 von 12 |
20 |
12 |
11 |
43 |
|
Kartoffeln |
Winterweizen |
8 von 10 |
31 |
35 |
25 |
91 |
|
Kartoffeln |
Zuckerrüben |
3 von 3 |
12 |
13 |
16 |
41 |
|
Zwiebeln |
Winterweizen |
9 von 12 |
20 |
16 |
20 |
56 |
|
Zwiebeln |
Wintergerste |
3 von 3 |
20 |
18 |
25 |
63 |
|
Spargel |
Spargel |
- |
- |
- |
- |
- |
|
Dauergrünland |
Dauergrünland |
3 von 7 |
19 |
5 |
5 |
29 |
Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2019:
Stand 23.03.2020
Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur.
|
Kultur 2019 |
Anzahl |
0-30 cm |
30-60 cm |
60-90 cm |
Summe 0-90 cm |
|
Winterweizen |
137 von 164 |
20 |
17 |
16 |
53 |
|
Wintergerste |
55 von 59 |
16 |
12 |
9 |
37 |
|
Winterroggen |
14 von 16 |
7 |
5 |
7 |
19 |
|
Sommergerste |
27 von 27 |
12 |
10 |
10 |
32 |
|
Sonstige Getreide |
12 von 13 |
17 |
20 |
17 |
54 |
|
Winterraps |
6 von 7 |
14 |
10 |
10 |
34 |
|
Zuckerrüben |
51 von 55 |
18 |
13 |
10 |
41 |
|
Mais |
36 von 43 |
16 |
16 |
14 |
46 |
|
Kartoffeln |
16 von 18 |
13 |
10 |
10 |
33 |
|
Zwiebeln |
9 von 13 |
23 |
23 |
21 |
67 |
|
Gemüse |
11 von 16 |
15 |
16 |
16 |
47 |
|
Küchenkräuter |
5 von 9 |
23 |
11 |
8 |
42 |
|
Heil- und Gewürzpflanzen |
7 von 9 |
18 |
7 |
9 |
34 |
|
Leguminosen |
19 von 27 |
19 |
14 |
12 |
45 |
|
Rollrasen |
5 von 6 |
6 |
4 |
11 |
21 |
|
Gesamt |
437 von 541 |
17 |
13 |
12 |
42 |
Insgesamt wurden 541 Herbst-Nmin-Bodenproben für die Auswertung berücksichtigt.
Der durchschnittliche Nmin-Gehalt aller ausgewerteten Proben lag bei 60 kg N/ha in der Bodenschicht 0-90 cm. Im Vergleich zum Herbst 2018 (72 kg N/ha in der Bodentiefe 0-60 cm) konnte somit erfreulicherweise eine deutliche Abnahme des Herbst-Nmin-Gehalts ermittelt werden. Aus Grundwasserschutzsicht ist zu Vegetationsende ein Nmin-Gehalt im Boden von unter 40 kg N/ha anzustreben. Um diesen positiven Trend auch in den kommenden Jahren fortzuführen sind eine angepasste Düngung, der Zwischenfruchtanbau, möglichst wenig Bodenbearbeitung und eine angepasste Fruchtfolge die wichtigsten Instrumente im Betrieb, um möglichst geringe Herbst-Nmin-Gehalte zu erreichen.
Abbildung 1: Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte [kg N/ha] der drei beprobten Bodenschichten nach den Erntefrüchten 2019 (Anzahl der Bodenproben in den jeweiligen Säulen);
Kategorie sonstige Wintergetreide: Winterhartweizen, Wintertriticale, Wintergetreide; Kategorie Gemüse: Möhren, Porree, Ruccola, Salate, Sellerie, Spinat, Gemüse (Freiland); Kategorie Leguminosen: Erbsen, Klee-Luzerne-Gemisch, Lupine; Kategorie: Heil- und Gewürzpflanzen: Baldrian, Körnerfenchel, Pfefferminze, Heilpflanzen; Kategorie Sonstige: Ackergras, Blühfläche, Blumen und Zierpflanzen, Grassamenvermehrung, Hafer, Himbeeren, Landsberger Gemenge, Sommerroggen, Stilllegung, ZuckermaisBei den unterschiedlichen Kulturen bzw. Kulturarten konnten teilweise erhebliche Unterschiede in den Herbst-Nmin-Werten beobachtet werden.
Der höchste durchschnittliche Nmin-Gehalt wurde im Herbst 2019 mit 115 kg N/ha nach Buschbohnen und der niedrigste mit 16 kg N/ha unter Grünland gemessen. Relativ niedrige Nmin-Werte nahe dem Orientierungswert Grundwasserschutz von 40 kg N/ha konnten nach Winterbraugerste, Zuckerrüben, Erdbeeren und nach Küchenkräutern erfasst werden.
Für einige Kulturen bzw. Kulturgruppen war der Beprobungsumfang (Zahlen in den Säulen) relativ gering. Die Mediane für diese Kulturen sind daher nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann ggf. eine Tendenz für die jeweilige Kultur erkannt werden.
Des Weiteren gilt es zu beachten, dass sich die Nmin-Werte auf die Erntefrüchte 2019 beziehen. Zum Zeitpunkt der Probenahme standen daher teilweise Folgekulturen auf den Flächen, die evtl. bereits im Herbst gedüngt wurden. Insbesondere auf den Gemüsebauflächen standen häufig zum Zeitpunkt der Probenahme gedüngte Folgekulturen.
Der Großteil des gemessenen Stickstoffs befand sich zum Zeitpunkt der Probenahme in den beiden oberen Bodenschichten und kann zumindest teilweise von der Folgekultur oder einer Zwischenfrucht aufgenommen werden. Bei Schlägen ohne Winterbegrünung (Zwischenfrucht oder Kultur) kann davon ausgegangen werden, dass der Stickstoff durch die gefallenen Winterniederschläge bis zum Frühjahr teilweise in tiefere Bodenschichten verlagert wurde.
Stand 05.04.2019
Falls es für Ihre Kulturfolge noch keine Referenzwerte gibt, können vorerst auch die Orientierungswerte aus der WRRL-Beratung verwendet werden, diese müssen jedoch korrigiert werden, sobald Referenzwerte für die Kulturfolge verfügbar sind.
Nmin-Referenzwerte nach Kulturfolge für die Düngebedarfsermittlung:
|
Kultur 2019 |
Vorfrucht (Kultur 2018) |
Anzahl |
0-30 cm |
30-60 cm |
60-90 cm |
Summe 0-90 cm |
|
Winterweizen |
Winterweizen |
31 |
29 |
38 |
32 |
99 |
|
Winterweizen |
Sommergerste |
3 |
25 |
51 |
32 |
108 |
|
Winterweizen |
Winterraps |
13 |
21 |
34 |
30 |
85 |
|
Winterweizen |
Zuckerrübe |
49 |
26 |
23 |
15 |
64 |
|
Winterweizen |
Mais |
14 |
29 |
55 |
41 |
125 |
|
Winterweizen |
Mais *org. |
3 |
32 |
69 |
57 |
158 |
|
Winterweizen |
Zwiebel |
8 |
25 |
49 |
43 |
117 |
|
Winterweizen |
Kartoffeln |
12 |
23 |
30 |
22 |
75 |
|
Wintergerste |
Winterweizen |
12 |
28 |
42 |
28 |
97 |
|
Wintergerste |
Wintergerste |
15 |
18 |
15 |
13 |
46 |
|
Wintergerste |
Sommergerste |
4 |
14 |
18 |
18 |
50 |
|
Wintergerste |
Winterraps |
7 |
23 |
25 |
13 |
61 |
|
Wintergerste |
Zuckerrübe |
4 |
27 |
23 |
17 |
67 |
|
Wintergerste |
Mais |
6 |
21 |
27 |
45 |
93 |
|
Wintergerste |
Kartoffeln |
4 |
30 |
46 |
37 |
112 |
|
Winterroggen |
Winterroggen |
6 |
10 |
8 |
34 |
51 |
|
Winterroggen |
Winterraps |
4 |
6 |
4 |
9 |
19 |
|
Winterraps |
Wintergerste |
3 |
18 |
8 |
12 |
38 |
|
Sommergerste |
Winterweizen |
6 |
14 |
23 |
21 |
58 |
|
Zuckerrübe |
Winterweizen |
23 |
39 |
39 |
29 |
107 |
|
Zuckerrübe |
Wintergerste |
14 |
23 |
31 |
25 |
79 |
|
Zuckerrübe |
Sommergerste |
4 |
47 |
31 |
16 |
93 |
|
Zuckerrübe |
Mais |
3 |
41 |
31 |
55 |
127 |
|
Mais |
Winterweizen |
16 |
32 |
34 |
31 |
77 |
|
Mais |
Wintergerste |
3 |
27 |
29 |
25 |
81 |
|
Mais |
Mais |
7 |
27 |
35 |
21 |
83 |
|
Kartoffeln |
Winterweizen |
7 |
25 |
27 |
24 |
76 |
|
Soja |
Winterweizen |
- |
- |
- |
- |
- |
|
Zwiebel |
Winterweizen |
9 |
29 |
24 |
25 |
78 |
|
Spargel |
Spargel |
4 |
23 |
39 |
29 |
91 |
|
Dauergrünland |
Dauergrünland |
5 |
18 |
17 |
22 |
57 |
*(Nmin-Referenzwerte von organisch gedüngten Flächen)
Nmin-Orientierungswerte nach Erntefrucht 2018:
|
Kultur 2018 |
Anzahl |
0-30 cm |
30-60 cm |
60-90 cm |
Summe 0-90 cm |
|
Winterweizen |
129 |
28 |
32 |
28 |
88 |
|
Wintergerste |
51 |
24 |
29 |
20 |
73 |
|
Winterroggen |
11 |
11 |
9 |
25 |
45 |
|
Sommergerste |
19 |
25 |
28 |
20 |
73 |
|
Sonstige Getreide |
12 |
19 |
29 |
23 |
71 |
|
Winterraps |
27 |
19 |
25 |
22 |
66 |
|
Zuckerrübe |
64 |
26 |
22 |
17 |
65 |
|
Mais |
45 |
26 |
29 |
28 |
82 |
|
Kartoffeln |
28 |
22 |
30 |
30 |
82 |
|
Zwiebeln |
14 |
25 |
49 |
39 |
113 |
|
Spargel |
4 |
23 |
39 |
29 |
91 |
|
Gemüse |
17 |
23 |
34 |
34 |
91 |
|
Kräuter |
7 |
35 |
31 |
32 |
98 |
|
Rollrasen |
5 |
6 |
20 |
12 |
38 |
|
Gesamt |
433 |
24 |
29 |
27 |
79 |
Die Orientierungswerte beziehen sich auf die jeweilige Vorkultur.
In den Tabellen sind die Mediane für die Bodenschichten angegeben.
Für Fragen steht Ihnen das Team der WRRL-Beratung gerne zur Verfügung.
Hier erhalten Sie die pdf-Version zum Ausdrucken:
Die Herbst-Nmin-Beprobung 2018 im Hessischen Ried fand im Zeitraum vom 07.11. bis 20.12.2018 statt. Insgesamt wurden 522 Flächen durch die Firma BOLAP GmbH beprobt. In der Abbildung sind die Herbst-Nmin-Ergebnisse für das Hessische Ried in 0‑60 cm Bodentiefe für die einzelnen Haupterntefrüchte oder Kulturgruppen als Mediane in den Bodenschichten 0-30 cm und 30-60 cm dargestellt. Durch die ausgeprägte Sommertrockenheit war eine Beprobung der Bodenschicht 60-90 cm auf vielen Dauerbeobachtungsflächen nicht möglich. In Folge dessen reicht die Datengrundlage nur für die Darstellung der Herbst-Nmin Gehalte in den Bodenschichten 0-60 cm aus.
|
Abbildung: Ergebnisse der Herbst-Nmin-Beprobung im Jahr 2018 im gesamten Hessischen Ried dargestellt als Mediane in den Tiefen 0-30 cm und 30-60 cm nach den jeweiligen Kulturen und Kulturgruppen. Die Anzahl (n) der ausgewerteten Proben steht in den Balken. In den Kulturgruppen sind folgende Kulturen zusammengefasst:
Wintergetreide: Triticale, Winterhartweizen, Winterhafer; Sommergetreide: Sommerweizen, Sommerhafer, Sommerhartweizen, Sommerroggen; Gemüse: Buschbohnen, Gemüsebohnen, Gemüseerbsen, Möhren, Salate, Spinat, Kohlarten, Lauch, Knollensellerie; Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Dill; Heil- und Gewürzpflanzen: Körnerfenchel, Pfefferminze; Sonstige: Brache, Stilllegung, Blühfläche, Grassamenvermehrung, Energiepflanzen, Erdbeeren, Zuckermais; |
Der Gesamtmedian aller ausgewerteten Flächen im Hessischen Ried in 0-60 cm Bodentiefe liegt bei 73 kg N/ha. Dieser vergleichsweise erhöhte Wert kann verschiedene Ursachen haben. Als eine Ursache kann die langanhaltende Trockenheit aufgeführt werden. Viele Kulturen litten an Wassermangel der geringe Ernteerträge und somit in einen geringeren Stickstoffentzug zur Folge hatte. Darüber hinaus kam es während des trockenen Sommers zu einem N-Mineralisationsstau im Boden. Mit Einsetzen der Herbstniederschläge bei gleichzeitig warmen Böden konnte eine erhöhte N-Mineralisationsleistung im Herbst beobachtet werden. Der mineralisierte N konnte auf vielen Flächen nicht mehr vollständig durch eine folgende Winterung oder durch eine Zwischenfrucht aufgenommen werden. Generell erwies es sich wegen der Trockenheit als schwierig, nach der Ernte der Hauptfrucht eine Zwischenfrucht zur Senkung der Herbst-Nmin-Gehalte zu etablieren.
Der niedrigste Median wurde mit 23 kg N/ha unter Rollrasen ermittelt. Bei lediglich fünf beprobten Flächen ist dieser Wert aber nur bedingt aussagekräftig. Die beprobten Flächen nach Zuckerrüben weisen kulturartbedingt wie schon in den letzten Jahren mit 33 kg N/ha ebenfalls einen sehr niedrigen mittleren Herbst-Nmin-Wert auf. Die höchsten Mediane wurden mit 125 kg N/ha nach Zwiebeln, nach Winterraps mit 119 kg N/ha und mit 107 kg N/ha unter Spargel gemessen.
Die Höhe und der Zeitpunkt der Düngung zu Spargel hängen unter anderem vom Standjahr der Anlage ab. Zu Spargelneuanlagen kommt meist eine Düngung mit Kompost oder Champost zur Bodenverbesserung zum Einsatz. Durch die hohe Kompostgabe zu Beginn der Dauerkultur, kann über die folgenden Jahre Stickstoff aus der organischen Düngung mineralisiert werden.
Es lässt sich erkennen, dass bei allen Kulturen und Kulturgruppen der überwiegende Teil des Stickstoffs in der obersten Bodenschicht gemessen wurde. Über alle Kulturen gesehen befanden sich in der obersten Bodenschicht 67 % des gemessenen Stickstoffs. Folglich konnten lediglich 33 % des Stickstoffs in der Bodenschicht 30-60 cm festgestellt werden. Bei einzelnen Flächen konnte jedoch bereits eine Verlagerung des Nmin aus der obersten Bodenschicht in tiefere Schichten beobachtet werden.
Die diesjährige Nacherntebeprobung in Getreide wurde vom 25.07. bis 09.08.24 auf insgesamt 21 Flächen durchgeführt. Abbildung 1 zeigt die Nmin-Werte als Mediane in den einzelnen drei Bodenschichten nach der Ernte von Winterbraugerste und Winterweizen.
Der Gesamt-Nmin nach Getreide liegt in diesem Jahr bei 37 kg N/ha. Der größte Anteil an Nmin ist in der obersten Bodenschicht zu finden.
Abbildung 1: Nmin-Werte nach der Getreideernte. Dargestellt sind die Mediane der einzelnen Bodenschichten unterteilt nach Kulturen. Zusätzlich ist das Minimum und das Maximum abgebildet. Die Zahl in den Säulen entspricht der Anzahl der beprobten Flächen.
Beim Vergleich der Nachernte-Nmin-Werte zwischen Winterbraugerste und Winterweizen fällt auf, dass der Nmin-Gehalt nach Winterbraugerste mit 40 kg N/ha höher ist als nach Winterweizen mit 36 kg N/ha. In den Jahren zuvor wurde bei der Nacherntebeprobung stets nach Winterweizen ein höherer Nmin-Wert gemessen. Diese Umkehrung lässt sich vermutlich auf den vergleichsweise geringen Winterbraugersteertrag mit folglich geringeren Nährstoffentzügen zurückführen. Der Gersteertrag lag bei durchschnittlich 62 dt/ha und damit um 10 dt/ha niedriger als bei den Nacherntebeprobungsflächen im letzten Jahr. Ein Hauptgrund für den Ertragsrückgang bei Wintergerste dürften die nicht optimalen Wachstumsbedingungen sein (nasser Winter und nasses Frühjahr mit erhöhtem Krankheitsdruck). Der Weizen hingegen erzielte mit durchschnittlich 79 dt/ha einen etwas höheren Ertrag als im letzten Jahr. Allerdings wurden in diesem Jahr mit durchschnittlich 11,2 % RP deutlich niedrigere Eiweißgehalte erreicht als im Vorjahr. Trotz des Mehrertrags konnte daher für Weizen in etwa der gleiche durchschnittliche Nährstoffentzug durch das Korn (ca. 133 kg N/ha) als im Vorjahr ermittelt werden.
Anzumerken ist auch, dass auf zwei der untersuchten Wintergersteflächen bereits eine Bodenbearbeitung vor der Probennahme durchgeführt wurde. Ein moderater Anstieg des Nmin-Werts durch N-Mineralisation im Oberboden durch die erfolgte Bodenbearbeitung ist daher auf diesen beiden Flächen nicht auszuschließen. Der maximale Nmin-Wert von 63 kg N/ha nach Wintergerste wurde auf einer der beiden Flächen gemessen.
Der niedrigste gemessene Nmin-Gehalt nach Wintergerste liegt bei 20 kg N/ha. Diese Fläche wurde verhältnismäßig moderat gedüngt (60 kg N/ha).
Nach Winterweizen konnte eine große Spannweite in den Nachernte-Nmin-Werten beobachtet werden. Das Minimum nach Weizen liegt bei 12 kg N/ha und das Maximum bei 84 kg N/ha. Ein Grund hierfür dürften die ebenfalls sehr weit auseinanderliegenden N-Düngemengen (120-229 kg N/ha) sein. Der Maximalwert wurde auf einer Fläche mit sehr hoher N-Düngung (229 kg N/ha) gemessen. Zudem erfolgte eine vergleichsweise hohe Ährengabe. Es ist daher offensichtlich, dass der Weizen diese Stickstoffmenge nicht in Gänze verwerten und in Ertrag und Rohprotein umwandeln konnte.
Die Erfahrung der WRRL-Beratung zeigt, dass eine Ährengabe nicht zwangsläufig zu hohen Proteingehalten führt. Auf sieben von elf Flächen unter Winterweizen wurde eine Ährengabe gegeben. Zum Vergleich: im Vorjahr wurde auf allen untersuchten Flächen auf eine dritte Gabe verzichtet. Trotzdem lag der durchschnittliche Rohproteingehalt im Vorjahr mit 12,5 % höher. Dies zeigt, dass für die Proteinbildung neben einer ausreichenden Stickstoffversorgung auch weitere Faktoren von Bedeutung sind. In diesem Jahr dürften unter anderem die anhaltende feuchte Witterung und die fehlenden Sonnenstunden zu vergleichsweise niedrigen Kornqualitäten beigetragen haben.
In den vergangenen Jahren konnte häufig auch bei einer Aufteilung der geplanten Stickstoffmenge auf zwei Gaben ausreichende Proteingehalte erzielt werden. Aus Grundwasserschutzsicht und aus Gründen der N-Effizienz ist die Aufteilung der geplanten Stickstoffmenge auf zwei Gaben und ein Verzicht auf die Ährengabe oftmals sinnvoll. Besonders in den zuletzt häufiger auftretenden Trockenjahren konnte bei einer Ährengabe der Stickstoff häufig nicht durch die Kultur aufgenommen und in Ertrag und Qualität umgewandelt werden.
Beratungsempfehlung Herbst-Düngung:
In den „Roten Gebieten“ (Großteil des Beratungsgebiets) ist eine Herbstdüngung nach der Ernte der letzten Hauptkultur in der Regel nicht erlaubt. Ausnahmen bestehen für Festmist von Huf- und Klauentiere, für Kompost, für Winterraps (Nachweis mit Bodenprobe in 0-60 cm unter 45 kg N/ha) und für Zwischenfrüchte zur Futternutzung. Durch die Nachernte-Nmin-Untersuchung 2024 konnte gezeigt werden, dass mit durchschnittlich 32 kg N/ha in 0-60 cm zumeist ausreichend Stickstoff im Boden für einen erfolgreichen Zwischenfrucht- und Rapsanbau nach Wintergetreide vorhanden ist, zumal bis in den Spätherbst mit einer N-Nachlieferung aus dem Boden zu rechnen ist.
Auch in den „nicht roten Gebieten“ ist daher häufig eine Düngung zur Zwischenfrucht, Raps und Wintergerste nicht erforderlich und würde das Risiko einer Stickstoffverlagerung in tiefere Bodenschichten über den Winter erhöhen.
Aufgrund der ergiebigen Niederschläge kann es aber vor der Rapsaussaat auf sandigen Böden (schnelle Verlagerung des Stickstoffs in tiefere Bodenschichten) ggf. sinnvoll sein, den Stickstoffgehalt mit einer Bodenprobe zu überprüfen.Die diesjährige Nmin-Frühjahrsbeprobung erfolgte im Zeitraum vom 16.01. bis 07.06.2024. Für die Auswertung der Frühjahrs-Nmin-Werte wurden die Bodenprobenergebnisse von 513 Flächen berücksichtigt. Die mittleren Nmin-Gehalte in 0-90 cm für die einzelnen Kulturen oder Kulturgruppen sind in Abbildung 1 unterteilt nach den Bodenschichten dargestellt. Die Frühjahrs-Nmin-Gehalte 2024 in der Grafik beziehen sich auf die Vorkultur (Erntefrucht 2023).
Abbildung 1: Nmin-Werte im Frühjahr 2024 im Hessischen Ried. Dargestellt sind die Mediane der einzelnen Bodenschichten, die Zahl in den Säulen gibt die Anzahl der beprobten Flächen an. Wintergerste: Futter-/Braugerste; Mais: Körner-/Silomais; Zwiebeln: Winter-/Sommerzwiebeln; Gemüse: Kürbis, Stangenbohnen, Salat, Porree, Sellerie, Möhren, Kohl, Rote Beete, Chinakohl; Energiepflanzen: Sudangras, GPS-Getreide, Riesenweizengras; Sonstige: Sommerweizen, Erbsen, Sojabohnen, Ackergras, Erdbeeren, Zuckermais, Winterdinkel, Blumen und Zierpflanzen, Weidelgras, Sommergerste, Mähweide, keine Angabe
Der diesjährige Frühjahrs-Median lag bei 41 kg N/ha und war damit etwas geringer als der durchschnittliche Frühjahrs-Nmin-Wert von 2023 (49 kg N/ha). Im Vergleich zur Herbst-Nmin-Messung 2023 konnte bis zum Frühjahr 2024 eine Abnahme des Nmin-Gehalts von 17 kg N/ha festgestellt werden. Diese Abnahme ist einerseits sicherlich auf die Stickstoffaufnahme einer Zwischenfrucht oder Winterung zurückzuführen. Andererseits dürften die ergiebigen Niederschläge über die Wintermonate bis weit in das Frühjahr hinein teilweise zu einer Stickstoffverlagerung in tiefere Bodenschichten geführt haben. Insbesondere auf sandigen Flächen oder auf über Winter brachliegenden Flächen konnte eine Verlagerung des Stickstoffs beobachtet werden.
Die höchsten Frühjahrs-Nmin-Gehalte im Boden wurden nach Buschbohnen mit durchschnittlich 102 kg N/ha ermittelt. Bereits bei der Herbstbeprobung 2023 (sowie häufig auch bei den Herbstbeprobungen der Vorjahre) wiesen Buschbohnenflächen kulturartbedingt sehr hohe Herbst-Nmin-Gehalte im Boden auf. Folglich können auch im Frühjahr nach Buschbohnen oftmals erhöhte Nmin-Werte im Boden gemessen werden. In 2023 wurde auf ca. 50 % der Buschbohnenflächen Winterweizen als Folgefrucht angebaut. Winterweizen kann über die Wintermonate vergleichsweise wenig Stickstoff aufnehmen (ca. 30 kg N/ha). Das N-Aufnahmevermögen einer Zwischenfrucht ist gegenüber Weizen als deutlich höher zu bewerten (Faustformel: 10 cm Zwischenfruchtaufwuchs entspricht einer N-Aufnahme von 10 kg N/ha). Um das Risiko einer Stickstoffverlagerung zu minimieren wäre es aus Grundwasserschutzsicht wünschenswert, wenn nach Buschbohnen eine Zwischenfrucht mit folgender Sommerung angebaut wird. So kann einer Verlagerung des Stickstoffs über den Winter in tiefere Bodenschichten aktiv entgegengewirkt werden.
Nach Spargel (mit 83 kg N/ha) konnte im Frühjahr ein weitaus höherer Nmin-Gehalt im Boden als im Herbst (48kg N/ha) festgestellt werden. Aufgrund des relativ späten Düngetermins nach der Ernte werden die Spargelflächen vergleichsweise spät im Frühjahr (Mai/Juni) beprobt. Der gegenüber Herbst erhöhte Frühjahrs-Nmin-Wert lässt sich durch die bereits vorangeschrittene N-Mineralisierung in den erwärmten Spargeldämmen erklären. Zudem wurden vereinzelt die Spargelflächen bereits vor der Probenahme gedüngt. Auch nach Zuckerrüben und Körnermais lassen sich im Frühjahr häufig höhere Nmin-Werte als im Herbst beobachten. Die auf der Fläche verbleibenden Rübenblätter bzw. Erntereste führen durch die Mineralisation zu einem Anstieg des Frühjahr-Nmin-Werts.
Der niedrigste Frühjahrs-Nmin-Gehalt wurde wie so oft unter Grünland mit 15 kg N/ha gemessen. Grünland weist eine vergleichsweise hohe Stickstoffaufnahme über die Wintermonate auf.
Die Herbst-Nmin-Beprobung im Hessischen Ried fand vom 18.10. bis 04.12.2023 in einer Bodentiefe von 0-90 cm auf insgesamt 500 Flächen statt. Im folgenden Diagramm sind die Herbst-Nmin-Werte [kg N/ha] als Mediane in Abhängigkeit der Erntefrucht 2023 bzw. Kulturgruppe unterteilt nach den drei Bodenschichten dargestellt.
Abbildung 1: Dargestellt sind die Mediane der Herbst-Nmin-Werte [kg N/ha] in den Bodenschichten 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm im Hessischen Ried in Abhängigkeit der Erntefrucht 2023.
Wintergerste: Winterfutter- und -braugerste; Sonstige Getreide: Winterhafer, Sommerweizen, Winterdinkel, Mais: Silomais, Mais; Gemüse: Möhren, Salat, Feldsalat, Porree, Rote Beete, Kohl, Kürbis, Sellerie, Erbse; Heil- und Gewürzpflanzen: Salbei, Körnerfenchel, Löwenzahn; Energiepflanzen: GPS-Winterroggen, Riesenweizengras, Hirse, Sudangras; Stilllegung: Brache, Stilllegung; Sonstige: Mähweide, Ackergras, Weidelgras, Zuckermais, Erdbeeren, keine Angabe
Zwischen den unterschiedlichen Kulturen konnten zum Teil deutliche Unterschiede in den Nmin-Gehalten festgestellt werden. Wintergerste zeigt erwartungsgemäß einen geringeren Herbst-Nmin-Wert (54 kg N/ha), da die N-Düngung im Vergleich zum Weizen in der Regel niedriger ausfällt und in den meisten Fällen keine Ährengabe erfolgt. Wie bereits häufig in den vergangenen Jahren konnten kulturartbedingt nach Buschbohnen, Kartoffeln und Zwiebeln (168 kg N/ha, 88 kg N/ha und 89 kg N/ha) erhöhte Herbst-Nmin-Werte festgestellt werden. Zum einen bleiben verhältnismäßig viele Erntereste auf der Fläche zurück. Darüber hinaus führen bei Kartoffeln und Zwiebeln die lockere und feinkrümmelige Bodenstruktur und der Anbau in Dämmen (Kartoffeln) zu optimalen N-Mineralisationsbedingungen. Die Rodung und die damit verbundene starke Bodenbewegung trägt zusätzlich zu einem N-Mineralisationsgeschehen bei. Rollrasen und Zuckerrüben hinterlassen aufgrund der langen Standzeit mit folglich langer Nährstoffaufnahme dagegen verhältnismäßig wenig Nitrat im Boden zurück (29 kg N/ha und 47 kg N/ha). Für einige Kulturen bzw. Kulturgruppen war der Beprobungsumfang relativ gering. Die Mediane für diese Kulturen sind daher nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann ggf. eine Tendenz für die jeweilige Kultur erkannt werden.
Die Spannweiten der Nmin-Gehalte sind bei den meisten Kulturen recht hoch und sind als Minima und Maxima auf der Grafik abzulesen. Dies kann unter anderem auf schlagspezifische Ursachen und unterschiedliches Nacherntemanagement zurückgeführt werden.
In den Monaten Juli bis Oktober 2023 lag die Niederschlagsmenge deutlich über dem langjährigen Mittel. In nässeren Jahren werden tendenziell niedrigere Nmin-Gehalte ermittelt, da der Nmin für die Pflanzen verfügbarer ist als bei Trockenheit und in der Regel die Erträge und folglich die Nährstoffentzüge größer sind. Zusätzlich konnte insbesondere auf sandigen Standorten bereits eine N-Verlagerung in tiefere Bodenschichten festgestellt werden.
Aus Sicht des Grundwasserschutzes ist zu Vegetationsende ein Nmin-Wert im Boden von unter 40 kg N/ha (Orientierungswert Grundwasserschutz) anzustreben. Der Herbst-Nmin über alle Kulturen hinweg belief sich in diesem Jahr auf 60 kg N/ha und ist damit um 12 kg weniger als im Vorjahr (2022: 72 kg N/ ha). Insgesamt ist weiterhin eine abnehmende Tendenz in den Nmin-Gehalten erkennbar.
Die diesjährige Nachernte-Nmin-Beprobung auf Wintergetreideflächen im Hessischen Ried erfolgte im Zeitraum vom 11.08. bis 18.08.2023. Insgesamt wurden über das ganze Beratungsgebiet verteilt 14 Flächen nach Getreide in 0-90 cm Bodentiefe auf Nmin beprobt. In der Regel erfolgten auf den Flächen vor der Probenahme ein bis zwei flache Bodenbearbeitungsgänge mit Scheibenegge und/oder Grubber. Drei Flächen wurden vor der Probenahme mit Mist bzw. Ernteresten organisch gedüngt. Eine Beeinflussung des Nmin-Werts durch die ausgebrachte Organik ist zumindest bei zwei Flächen unwahrscheinlich, da die Ausbringung unmittelbar vor der Probenahme erfolgte und sich die gemessenen Nmin-Werte im erwarteten Bereich bewegten.
In Abbildung 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane unterteilt nach den Bodenschichten 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm dargestellt. Die Anzahl der beprobten Flächen befindet sich in den Säulen. Der Nachernte-Nmin-Median der 14 beprobten Getreideflächen liegt bei 44 kg N/ha in 0-90 cm Bodentiefe. Bei Betrachtung der verschiedenen Getreidearten lässt sich feststellen, dass nach Wintergerste mit 39 kg N/ha ein deutlich niedriger Nmin-Wert ermittelt wurde als nach Winterweizen mit 51 kg N/ha. Der Unterschied in den Nmin-Gehalten ist kulturartbedingt und konnte auch schon bei Nachernte-Nmin-Messungen in den vergangenen Jahren beobachtet werden (vgl. Abbildung 3). Die N-Düngung zu Wintergerste fällt in der Regel niedriger aus als zu Winterweizen. Dies senkt das Risiko, dass nach der Ernte größere Mengen an Stickstoff im Boden verbleiben. Zudem erfolgt die N-Düngung zu Gerste zumeist in einer oder zwei Gaben. Bei Winterweizen wird teilweise zur Absicherung des Proteingehalts eine dritte N-Gabe (Ährengabe) durchgeführt. Häufig kann diese trockenheitsbedingt nicht mehr gänzlich von der Kultur aufgenommen und in Ertrag und Protein umgewandelt werden. Hinzukommend wird Wintergerste im Vergleich zu Winterweizen tendenziell auf leichteren Standorten mit niedrigerem Mineralisationspotenzial angebaut. Es ist daher im Erntezeitraum und nachfolgend von einer geringeren N-Nachlieferung mit folglich niedrigeren Nmin-Gehalten im Boden auszugehen.
Der Großteil des Stickstoffs befindet sich aktuell in den beiden oberen Bodenschichten und kann somit von einer folgenden Winterung oder Zwischenfrucht aufgenommen werden. Jedoch befindet sich der höchste Nmin-Gehalt in der Bodenschicht 30-60 cm. Dies könnte aufgrund der ausgiebigen Niederschläge im August auf eine beginnende Stickstoffverlagerung aus dem Oberboden hindeuten.
Abbildung 1: Nachernte-Nmin-Werte 2023 unterteilt nach den Bodenschichten. Die Zahlen in den Balken entsprechen der Anzahl der beprobten Flächen.
Bei der Nachernte-Nmin-Beprobung konnten große Spannweiten in den Nmin-Gehalten ermittelt werden (Abbildung 2). Der niedrigste Nmin-Wert wurde mit 24 kg N/ha nach Winterweizen und der höchste Nmin-Wert mit 102 kg N/ha ebenso nach Winterweizen gemessen. Anhand dieser beiden Messwerte kann anschaulich der Einfluss des Ernteertrags und der Bodenart auf den Nmin-Wert im Boden demonstriert werden. Auf der Weizenfläche mit dem niedrigsten Nmin-Gehalt wurde eine sehr gute Ernte mit 88 dt/ha und hohem Proteingehalt eingefahren. Zudem erfolgte kurz nach der Ährengabe eine ausreichende Bewässerung der Fläche. Die N-Düngung konnte so optimal von der Kultur aufgenommen und in Ertrag und Qualität umgewandelt werden. Bei der Fläche mit einem sehr hohen Nmin-Gehalt handelt es sich um eine anmoorige Fläche mit hohem Mineralisationspotenzial. Obwohl für die N-Düngung das hohe Nachlieferungspotenzial der Fläche berücksichtigt und lediglich eine geringe Stickstoffmenge ausgebracht wurde, konnte mit 102 kg N/ha ein sehr hoher Nmin-Gehalt festgestellt werden. Auf der Fläche wurde eine Zwischenfrucht gesät. Es ist daher wahrscheinlich, dass ein Großteil des Stickstoffs aufgrund der aktuell guten Wachstumsbedingungen durch die Zwischenfrucht aufgenommen, für die Folgekultur konserviert und so vor einer Verlagerung in tiefere Schichten geschützt werden kann.
Abbildung 2: Mediane und Spannweiten der Nachernte-Nmin-Beprobung 2023 in 0-90 cm Bodentiefe. Die Zahlen in den Balken entsprechen der Anzahl der beprobten Flächen.
In Abbildung 3 werden die Nachernte-Nmin-Ergebnisse der Kulturen Wintergerste und Winterweizen ab 2019 dargestellt. Tendenziell lässt sich bis 2023 ein Anstieg in den Nachernte-Nmin-Gehalten beobachten. Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass es sich dabei um wechselnde Flächen handelt. Aufgrund des relativ geringen Probenumfangs besitzt die Auswahl der Flächen einen relativ großen Einflussfaktor auf den durchschnittlichen Nachernte-Nmin-Gehalt im Boden. Es lässt sich daher nur eine Tendenz ableiten. Darüber hinaus muss darauf hingewiesen werden, dass in 2023 die Beprobung zwei bis drei Wochen später als in den Vorjahren durchgeführt wurde und somit auf den Flächen bereits ein bis zwei Bodenbearbeitungsgänge erfolgten. Es kann daher vermutet werden, dass der Nmin-Gehalt im Boden unmittelbar nach der Ernte etwas niedriger gewesen wäre.
Abbildung 3: Mediane der Nachernte-Nmin-Beprobung in 0-90 cm der Jahre 2019 bis 2023 nach den Kulturen Wintergerste und Winterweizen. Die Zahlen in den Balken entsprechen der Anzahl der beprobten Flächen.
Beratungsempfehlung Herbst-Düngung:
In den „Roten Gebieten“ (Großteil des Beratungsgebiets) ist eine Herbstdüngung in der Regel nicht erlaubt. Ausnahmen bestehen für Festmist von Huf- und Klauentiere, für Winterraps (Nachweis mit Bodenprobe in 0-60 cm unter 45 kg N/ha) und für Zwischenfrüchte zur Futternutzung. Durch die Nachernte-Nmin-Untersuchung 2023 konnte gezeigt werden, dass für einen erfolgreichen Zwischenfrucht- und Rapsanbau in den meisten Fällen genügend Stickstoff im Boden vorhanden ist, zumal zusätzlich bis in den späten Herbst mit einer N-Nachlieferung aus dem Boden zu rechnen ist. Auch in den „nicht roten Gebieten“ ist daher häufig eine Düngung zur Zwischenfrucht, Raps und Wintergerste nicht erforderlich und würde das Risiko einer Stickstoffverlagerung in tiefere Bodenschichten unnötig erhöhen.
Gerne können Sie uns kontaktieren wenn Sie noch Fragen rund um das Thema Herbstdüngung haben.

Die Herbst-Nmin-Beprobung 2022 im Hessischen Ried fand in einer Bodentiefe von 0-90 cm auf insgesamt 508 Flächen statt. In folgender Grafik sind die Herbst-Nmin-Werte nach Haupterntefrüchten bzw. Kulturgruppen in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt:
Abbildung 1: Mediane der Herbst-Nmin-Werte kg N/ha] in den Bodenschichten 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm im Hessischen Ried unter den Erntefrüchten 2022. Die Anzahl der ausgewerteten Proben steht in den Balken.
Kategorie „Sommergerste“: Sommergerste, Sommerbraugerste;
Kategorie „Sonstige Getreide“: Sommerhartweizen, Getreide, Triticale;
Kategorie „Mais“: Silomais, Mais;
Kategorie „Luzerne“: Luzerne, Klee-Luzerne-Gemisch;
Kategorie „Grünland“: Dauergrünland, Grünland, Mähweide;
Kategorie „Gemüse“: Gemüse, Möhren, Spinat, Sellerie, Knollensellerie, Lauch, Kohl, Kürbis, Brokkoli, Buschbohnen, Stangenbohnen, Weißkohl;
Kategorie „Küchenkräuter“: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Küchenkräuter;
Kategorie „Sonstige“: Heilpflanzen, keine Angaben, Linsen, Zuckermais, Ackerbohnen Grassamenvermehrung, Kleegras, Ackergras, Weidelgras, Riesenweizengras, Sudangras, Sonnenblumen
Zwischen den unterschiedlichen Kulturen bzw. Kulturarten konnten teilweise erhebliche Unterschiede in den Herbst-Nmin-Werten beobachtet werden. Grundsätzlich stellen Zwiebeln, Kartoffeln, Buschbohnen, Leguminosen, (Gemüse) und Raps „Problemkulturen“ dar. In der Kategorie „Gemüse“ ist anzumerken, dass zum Zeitpunkt der Probenahme ggf. bereits eine gedüngte Folgekultur auf der Ackerfläche etabliert war. Die Erntetechnik und/oder die Erntereste können hohe Herbst-Nmin-Werte verursachen.
Nichtsdestotrotz konnten für einige Kulturen relativ hohe Spannweiten der Nmin-Werte ermittelt werden. Die jeweiligen Minima und Maxima der ausgewerteten Bodenproben sind in Abbildung 2 als Spannweiten dargestellt.
Abbildung 2: Mediane und Spannweiten der Herbst-nmin-Werte kg N/ha] in 0-90 cm Bodentiefe im Hessischen Ried unter den Erntefrüchten 2022. Die Anzahlt der ausgewerteten Proben steht in den Balken.
Kategorie „Sommergerste“: Sommergerste, Sommerbraugerste;
Kategorie „Sonstige Getreide“: Sommerhartweizen, Getreide, Triticale;
Kategorie „Mais“: Silomais, Mais;
Kategorie „Luzerne“: Luzerne, Klee-Luzerne-Gemisch;
Kategorie „Grünland“: Dauergrünland, Grünland, Mähweide;
Kategorie „Gemüse“: Gemüse, Möhren, Spinat, Sellerie, Knollensellerie, Lauch, Kohl, Kürbis, Brokkoli, Buschbohnen, Stangenbohnen, Weißkohl;
Kategorie „Küchenkräuter“: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Küchenkräuter;
Kategorie „Sonstige“: Heilpflanzen, keine Angaben, Linsen, Zuckermais, Ackerbohnen Grassamenvermehrung, Kleegras, Ackergras, Weidelgras, Riesenweizengras, Sudangras, Sonnenblumen
In „Trockenjahren“ werden tendenziell höhere Nmin-Gehalte ermittelt. Insbesondere in den Monaten des Hauptwachstums der meisten Kulturen lagen die Niederschläge im Jahr 2022 unter dem langjährigen Mittel, sodass Ertragserwartungen häufig nicht erreicht werden konnten. Im September 2022 setzten ergiebige Niederschläge ein, infolgedessen das Mineralisationspotential in den Böden stark zunahm.
Aus Sicht des Grundwasserschutzes ist zu Vegetationsende ein Nmin-Wert im Boden von unter 40 kg N/ha (Orientierungswert Grundwasserschutz) anzustreben. Relativ niedrige Nmin-Werte wurden unter Rollrasen, Grünland und Luzerne sowie nach Erdbeeren, Zuckerrüben und Winterroggen gemessen.
Für einige Kulturen bzw. Kulturgruppen war der Beprobungsumfang (Zahlen in den Säulen) relativ gering. Die Mediane für diese Kulturen sind daher nur bedingt aussagekräftig. Dennoch kann ggf. eine Tendenz für die jeweilige Kultur erkannt werden.
Die diesjährige Nachernte-Nmin-Beprobung auf Wintergetreideflächen im Hessischen Ried erfolgte im Zeitraum vom 14.07. bis 29.07.2022. Die Flächen wurden zeitnah nach der Ernte beprobt. Teilweise wurde kurz vor der Bodenprobenahme ein flacher Bodenbearbeitungsgang durchgeführt. Insgesamt wurden sieben Wintergerste- und neun Winterweizenfläche verteilt über das WRRL-Beratungsgebiet des WBL beprobt und ausgewertet. Aufgrund der vorherrschenden Trockenheit und der folglich sehr harten Böden konnten drei Flächen (zwei Flächen mit Wintergerste und eine Fläche mit Winterweizen) nur bis in eine Tiefe von 60 cm beprobt werden. Diese Ergebnisse wurden in den folgenden Abbildungen nicht berücksichtigt.
In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Flächenanzahl, die in die Auswertung eingegangen ist, befindet sich in den Säulen. Die grauen Balken zeigen die Spannweite der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.
Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2022 in 0-90 cm Bodentiefe |
Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2022 in 0-90 cm bei durchschnittlich 38 kg N/ha und nach Winterweizen bei 42 kg N/ha. Diese Werte liegen damit etwas höher als die Nachernte-Nmin-Ergebnisse von 2021 (32 kg N/ha nach Wintergerste und 39 kg N/ha nach Winterweizen). Die Nachernte-Nmin-Messungen zeigen, dass nach Winterweizen tendenziell höhere Nmin-Werte ermittelt werden als nach Wintergerste. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte (Mediane) der einzelnen Bodenschichten der beprobten Getreideflächen aufgelistet.
Auch in diesem Jahr ist in der Regel nach der Getreideernte noch ausreichend Stickstoff im Boden für eine Zwischenfrucht oder folgende Winterung vorhanden. Die Erfahrung zeigt, dass nach der Ernte zudem in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden kann. Eine N-Düngung im Herbst (falls erlaubt) beispielsweise zu Raps, zu Wintergerste oder zu einer Zwischenfrucht ist daher oftmals nicht erforderlich.
In den „Roten Gebieten“ (§13 Gebiete DüV) ist eine Düngung im Herbst generell stark eingeschränkt und nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich (vgl. WRRL-Beratungsrundbrief August 2021). Beispielsweise dürfen Zwischenfrüchte nur mit mineralischen oder mit flüssigen organischen Düngemitteln (z.B. Gülle) gedüngt werden, falls sie der Futternutzung dienen. Für Zwischenfrüchte ohne Futternutzung darf lediglich Festmist von Huf- und Klauentieren oder Kompost bis in einer Höhe von maximal 120 kg Gesamt-N je Hektar ausgebracht werden.
Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten